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22. Februar 2026
Wurzelbehandlung: Was Sie über Ablauf, Kosten und Alternativen wissen sollten
Die Diagnose „Wurzelbehandlung“ löst bei vielen Patienten erst einmal Unbehagen aus. Dabei ist die Wurzelkanalbehandlung (Endodontie) eine bewährte Methode, um einen stark geschädigten oder entzündeten Zahn zu retten und langfristig zu erhalten – statt ihn zu ziehen.
Bei WEISS32 in Stuttgart-Degerloch führen wir Wurzelbehandlungen mit modernster Technik und viel Erfahrung durch. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen transparent, wie eine Wurzelbehandlung abläuft, was sie kostet und welche Alternativen es gibt.
Wann ist eine Wurzelbehandlung notwendig?
Eine Wurzelbehandlung wird notwendig, wenn das Zahnmark (Pulpa) – also das Gewebe im Inneren des Zahnes mit Nerven und Blutgefäßen – irreversibel entzündet oder abgestorben ist. Die häufigsten Ursachen sind tiefe Karies, die bis zum Zahnnerv vorgedrungen ist, ein Riss oder Bruch im Zahn, ein Trauma durch einen Unfall oder Stoß, sowie wiederholte Behandlungen am selben Zahn.
Typische Symptome: Starke, anhaltende oder pulsierende Zahnschmerzen, überempfindlichkeit gegen Hitze oder Kälte, Schwellung am Zahnfleisch oder im Gesicht, Verfärbung des betroffenen Zahnes sowie Schmerzen beim Beißen oder Kauen.
Wie läuft eine Wurzelbehandlung ab?
Die moderne Wurzelbehandlung ist dank lokaler Betäubung, Lupenbrille und maschineller Aufbereitung deutlich schonender und komfortabler als früher. Der Ablauf bei WEISS32:
1. Diagnose und Röntgen: Zunächst erstellen wir ein Röntgenbild, um die Ausdehnung der Entzündung und die Anatomie der Wurzelkanäle zu beurteilen.
2. Betäubung: Der betroffene Zahn wird lokal betäubt. Sie spüren während der Behandlung keine Schmerzen.
3. Zugang zum Zahninneren: Wir öffnen den Zahn von oben und schaffen einen Zugang zu den Wurzelkanälen.
4. Entfernung des entzündeten Gewebes: Mit feinen, flexiblen Instrumenten (Feilen) wird das infizierte oder abgestorbene Gewebe vorsichtig aus den Wurzelkanälen entfernt.
5. Reinigung und Desinfektion: Die Kanäle werden gründlich gereinigt und mit desinfizierenden Spüllösungen behandelt, um alle Bakterien zu beseitigen.
6. Füllung der Wurzelkanäle: Die gereinigten Kanäle werden mit einem biokompatiblen Material (Guttapercha) dicht verschlossen, um eine erneute Infektion zu verhindern.
7. Versorgung des Zahnes: Nach der Wurzelbehandlung wird der Zahn mit einer Aufbaufüllung stabilisiert. In den meisten Fällen empfehlen wir eine Krone, um den geschwächten Zahn langfristig zu schützen.
Was kostet eine Wurzelbehandlung?
Die Kosten hängen vom Schwierigkeitsgrad, der Anzahl der Wurzelkanäle und dem gewählten Behandlungsstandard ab:
| Leistung | Beschreibung | Preisbeispiele (nach GOZ)* |
|---|---|---|
| Kassenleistung (BEMA) | Basisbehandlung – von der gesetzlichen Kasse gedeckt | Kein Eigenanteil (GKV) |
| Elektrische Längenbestimmung | Präzise Kanalvermessung (Endometrie) | ca. 20 – 40 € pro Kanal |
| OP-Mikroskop / Lupenbrille | Verbesserte Sicht für höhere Erfolgsrate | ca. 80 – 250 € |
| Thermoplastische Wurzelfüllung | Dichterer Verschluss der Kanäle | ca. 80 – 150 € |
| Gesamt Eigenanteil (privat) | Alle Zusatzleistungen zusammen | ca. 200 – 500 € |
* Die angegebenen Kosten sind Preisbeispiele gemäß der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) und dienen der Orientierung. Die Basisbehandlung wird von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, sofern der Zahn als erhaltungswürdig eingestuft wird. Zusätzliche Privatleistungen werden nach GOZ abgerechnet – der tatsächliche Preis hängt vom individuellen Befund ab. Wir erstellen Ihnen vorab einen transparenten Heil- und Kostenplan.
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* Die Kasse übernimmt die Wurzelbehandlung bei Backenzähnen nur, wenn der Zahn als erhaltungswürdig eingestuft wird – also z. B. eine geschlossene Zahnreihe erhält oder bereits Zahnersatz trägt.
Gesamtkosten mit Zusatzleistungen: Eine Wurzelbehandlung mit allen modernen Zusatzleistungen (maschinelle Aufbereitung, elektronische Längenbestimmung, thermoplastische Füllung) kostet als Eigenanteil für private Zusatzleistungen je nach Aufwand (Abrechnung nach GOZ) zur Kassenleistung.
Was zahlt die Krankenkasse?
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Grundkosten einer Wurzelbehandlung, sofern der Zahn als erhaltungswürdig gilt. Allerdings deckt die Kassenleistung nur die Basisbehandlung ab. Moderne Zusatzleistungen, die den Behandlungserfolg deutlich verbessern, müssen Sie als Patient privat tragen.
Wir empfehlen die Zusatzleistungen, weil sie die Erfolgsquote einer Wurzelbehandlung von ca. 65–70 % (Kassenstandard) auf über 90 % steigern können. Langfristig ist ein erhaltener eigener Zahn immer günstiger als ein Zahnimplantat.
Ist eine Wurzelbehandlung schmerzhaft?
Dank moderner Betäubungsmethoden ist die Wurzelbehandlung selbst in der Regel schmerzfrei. Die meisten Patienten berichten, dass die Behandlung ähnlich unangenehm wie eine normale Füllung ist – also weniger schlimm als befürchtet.
Nach der Behandlung kann der Zahn für einige Tage druckempfindlich sein. Dies lässt sich in der Regel gut mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen kontrollieren und klingt innerhalb weniger Tage ab.
Alternativen zur Wurzelbehandlung
Wenn eine Wurzelbehandlung nicht möglich oder nicht gewünscht ist, gibt es folgende Alternativen:
Zahnextraktion und Implantat: Der betroffene Zahn wird gezogen und durch ein Zahnimplantat mit Krone ersetzt. Kosten je nach Befund (Abrechnung nach GOZ) – wir beraten Sie gerne.
Zahnextraktion und Brücke: Die Lücke wird mit einer Brücke geschlossen, die auf den Nachbarzähnen befestigt wird. Nachteil: Gesunde Nachbarzähne müssen beschliffen werden.
Zahnextraktion und herausnehmbarer Zahnersatz: Bei mehreren fehlenden Zähnen kann eine Teilprothese eine Option sein.
In den meisten Fällen empfehlen wir, den eigenen Zahn durch eine Wurzelbehandlung zu erhalten – denn nichts ist besser als der natürliche Zahn.
Zahnschmerzen? Wir helfen Ihnen schnell!
Bei WEISS32 in Stuttgart-Degerloch erhalten Sie zeitnah einen Termin – auch samstags bis 19 Uhr. Wir beraten Sie ausführlich zu den besten Behandlungsmöglichkeiten für Ihren Zahn.
Häufige Fragen zur Wurzelbehandlung
Wie lange hält ein wurzelbehandelter Zahn?
Ein fachgerecht wurzelbehandelter und überkronter Zahn kann viele Jahre bis Jahrzehnte halten – bei guter Pflege und regelmäßiger Kontrolle sogar ein Leben lang.
Muss ich nach der Wurzelbehandlung eine Krone bekommen?
In den meisten Fällen ja. Ein wurzelbehandelter Zahn ist spröder und bruchgefährdeter, da er nicht mehr durchblutet wird. Eine Krone schützt den Zahn vor Frakturen und stellt die volle Kaufunktion wieder her.
Kann sich ein wurzelbehandelter Zahn erneut entzünden?
In seltenen Fällen ja. Wenn Bakterien erneut in den Wurzelkanal gelangen, kann eine Revision (Wiederholungsbehandlung) notwendig sein. Mit modernen Techniken ist die Erfolgsquote der Erstbehandlung jedoch sehr hoch.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Die genannten Kosten sind Preisbeispiele – der genaue Eigenanteil hängt vom individuellen Befund und der gewählten Behandlungsmethode ab.


