Hier finden Sie wichtige Zahnarzt-Fachbegriffe von G bis I – von Gingivitis über Inlay bis Implantat – verständlich erklärt für Patienten unserer Zahnarztpraxis WEISS32 in Stuttgart.
G
Die Geschiebeprothese ist ein klassischer Zahnersatz in Form einer herausnehmbaren Teilprothese. Die noch vorhandenen Restzähne werden überkront und daran mit Hilfe eines Geschiebes die Teilprothese befestigt. Das Prinzip ähnelt einer Streichholzschachtel, die exakt ineinander geschoben wird. Die zwei wichtigsten Vorteile sind die Ästhetik und der stabile Halt. Von außen ist die Prothese nicht sichtbar, da das Geschiebe komplett integriert ist. Halt und Kaukomfort sind wesentlich höher als bei einer üblichen Klammerprothese. Allerdings ist die Geschiebeprothese mit hohem technischem Aufwand und entsprechend hohen Kosten verbunden. Sollte ein Zahn im Kronenblock beschädigt oder gar gezogen werden, dann muss die gesamte Versorgung der Prothese neu eingestellt werden.
Gingivektomie ist die Bezeichnung für einen zahnärztlichen Eingriff, bei dem die Gingiva, also das Zahnfleisch, teilweise entfernt wird. Sie dient darüber hinaus dazu, Zahnfleischtaschen abzuflachen oder zu korrigieren. Eine Entzündung der Zahnfleischtaschen ist vom Zahnarzt leicht zu erkennen, jedoch ist eine mikroskopische Untersuchung des Gewebes in den meisten Fällen sinnvoll. Eine Gingivektomie ist eine chirurgische Abtragung des Zahnfleisches. Sie wird durchgeführt bei Erkrankungen des Zahnfleisches, und soll Zahnfleisch- und Knochentaschen verringern. Eine konventionelle Methode ist die Entfernung mit einem Skalpell. Der Zahnarzt hat aber auch die Möglichkeit elektrochirurgische Instrumente, ein HF-Chirurgiegerät oder Laser zu verwenden. Die Gingivektomie wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
Die Gingivoplastik bezeichnet man in der Zahnmedizin auch als Zahnfleischersatz oder Zahnfleischformung. Hier wird das Zahnfleisch chirurgisch nachgeformt und so das natürliche Zahnfleisch wiederhergestellt. Gesundes Zahnfleisch ist die Voraussetzung für schöne Zähne. Daher kommt der Zahnfleischersatz auch vor allem aus ästhetischen Gründen zum Einsatz. Zahnärzte sprechen bei der Zahnfleischformung von der „roten Ästhetik“. Dabei soll sich das Zahnfleisch wie eine Girlande um die Zähne bzw. die Zahnhälse anlegen. Die Zahnwurzel wird im Idealfall vollständig bedeckt und die Zahnzwischenräume von Zahnfleisch ausgefüllt. Mit der Gingivoplastik wird die anatomisch korrekte und natürliche Form des Zahnfleisches wiederhergestellt. Dadurch verbessert sich auch das Abgleiten beim Abbeissen der Nahrung und das Kauen.
Eine Gaumenspalte ist eine angeborene Fehlbildung bzw. Spaltung in der Mitte des weichen und harten Gaumens. Die Ausprägungsformen von Gaumenspalten können variieren. Es treten vollständige und unvollständige Gaumenspalten auf. Der Gaumen befindet sich am inneren Zahnbogen im Oberkiefer und ist die obere Begrenzung von Mundhöhle, Rachen und Nasenhöhle. Der eigentliche Gaumen besteht aus den Gaumenplatten. Man spricht hier vom harten Gaumen. Ergänzt wird der Gaumen durch die waagerechten Gaumen- und Oberkieferbeine. Eine Gaumenspalte wirkt sich bei betroffenen Personen negativ auf die Nahrungsaufnahme aus. Es kann darüber hinaus zu Sprachstörungen und Schluckbeschwerden kommen. Als Therapieform bietet sich ein operativer Eingriff an, bei dem der Gaumen plastisch verschlossen wird. Man bezeichnet dies auch als Gaumenplastik.
Gingiva ist die lateinische Bezeichnung für das gesunde Zahnfleisch. Gesundes Zahnfleisch und schöne Zähne sind für die meisten Menschen aus kosmetischen Gründen sehr wichtig. Der Zahn wird vom gesunden Zahnfleisch in leichter Wellenform umschlossen. Gesundes Zahnfleisch ist hellrosa und gibt den Zähnen stabilen Halt. Darüber hinaus schützt es die Zahnhälse und ist ein wichtiger Faktor der Gesichtsästhetik. Die Gingiva ist Teil des Zahnhalteapparates und schützt Kieferknochen und Zähne. Der Zahnhalteapparat und der Kiefer bilden eine Einheit mit dem Zahnfleisch und verankern die Zähne im Kieferknochen. Aufgrund der fehlenden Unterhaut, kann das Zahnfleisch nicht verschoben und auch nicht nachgebildet werden.
Gnatologie ist die Lehre vom Kiefer. Hier handelt es sich um ein zahnärztliches Spezialgebiet, welcher sich insbesondere mit dem biomechanischen und funktionellen Zusammenspiel der Zähne und des Kiefergelenks befasst. Hier sind die Funktionen des kompletten Kauorgans und aller dazu gehörigen Strukturen gemeint. Zu einer gnathologischen Untersuchung zählt die Begutachtung der Zahnstruktur, der Bänder, der Muskulatur, den knöchernen Anteilen und des Kiefergelenks. Der Zahnarzt untersucht die Strukturen der natürlichen, gesunden und der erkrankten Bereiche. Darüber hinaus bezieht er das funktionelle Zusammenspiel, wie etwa den Zahnkontakt beim Kauen, in seine Diagnose mit ein.
Eine Galvanokrone besteht aus einem Metallgerüst aus 999er Feingold. Sie wird in einem galvanischen Verfahren, dem AGC-Verfahren, hergestellt. Aufgrund der dünnen Goldschicht, bieten Galvanokronen auch Vorteile im ästhetischen Erscheinungsbild. Der Zahnarzt spricht hier auch von Bioästhetik. Galvanokronen und -brücken bestehen teilweise aus einer Kombination aus Keramik und Gold. Eine Galvanokrone verfügt über eine sehr gute Passgenauigkeit. Darüber hinaus werden perfekte kosmetische Resultate erzielt. Galvanokronen überzeugen mit langer Haltbarkeit und guter Verträglichkeit. Es handelt sich hier um eine besonders hochwertige Form des Zahnersatzes. Die Verbund-Metall-Keramik-Krone besteht aus einem verstärkten Metallgerüst mit hochgoldhaltiger Legierung. Mit Metallkeramik werden Zahnbrücken und Zahnkronen bezeichnet, die über ein Metallgerüst verfügen, welches mit Keramik verblendet wird.
Geschiebe nennt man in der Zahnmedizin die Verbindungselemente von herausnehmbarem Zahnersatz wie beispielsweise Teilprothesen. Dentalgeschiebe haben den Vorteil, dass sie die Kaukraft gut verteilen und darüber hinaus für ein ästhetisches Erscheinungsbild sorgen. Zahnersatz mit Geschiebetechnik wird als sehr anspruchsvoll bezeichnet. Geschiebeverbindungen bestehen aus zwei Teilen, und zwar der Hohlform und der Passform, die ineinander geschoben werden bzw. ineinander greifen. Eine gut erhaltene Restbezahnung ist Voraussetzung dafür, dass die Teilprothese mit Geschiebeverankerung perfekt hält. Das Geschiebeteil wird auf die noch vorhandenen Zähne aufgeschoben. Geschiebeprothesen sind sehr hochwertig, aber auch kostenintensiv.
Unter einem Gesichtsbogen versteht man in der Kieferorthopädie ein Hilfsmittel, mit der ein Kiefermodell durch Spannung über den Hinterkopf in den Mund übertragen wird. Daher spricht man auch von einem Übertragungsbogen oder einer Außenspange. Gesichtsbögen sind auch unter der Bezeichnung „Headgear“ bekannt. Der Gesichtsbogen wird außerhalb des Mundraumes am Kopf befestigt. Er verfügt über eine Zugvorrichtung, die in eine Zahnspange greift, um die zu bewegenden Zähne an die richtige Stelle zu führen. So werden Fehlstellungen und Bissanomalien bei Kindern und Jugendlichen korrigiert. Das Tragen eines Gebissbogens ist für den Zahnpatienten relativ unangenehm und kann im alltäglichen Leben störend wirken. Auch Schmerzen können in den ersten Tagen auftreten.
Unter einer Gingivarezession versteht man den Rückgang des Zahnfleisches (Gingiva), bei dem die Zahnwurzel zunehmend freigelegt wird. Häufige Ursachen sind eine falsche Putztechnik mit zu viel Druck, Parodontitis oder Zahnfehlstellungen. Sichtbare Zeichen sind verlängerte Zahnkronen, empfindliche Zahnhälse und dunkle Dreiecke zwischen den Zähnen. In der Zahnmedizin stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, darunter die Schleimhauttransplantation und die Tunneltechnik, bei der Bindegewebe unter das Zahnfleisch geschoben wird, um die freiliegenden Wurzeln wieder abzudecken. Vorbeugend empfehlen wir eine schonende Zahnputztechnik mit einer weichen Zahnbürste sowie regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt.
Gingivitis bedeutet Zahnfleischentzündung. Es handelt sich hier um eine oberflächliche Entzündung des Zahnfleischsaumes, die durch Mundbakterien verursacht wird. Eine Zahnfleischentzündung geht meist mit unangenehmen Mundgeruch einher. Eine Lockerung der Zähne oder gar Knochenabbau ist zunächst noch nicht zu erkennen. Das entzündete Zahnfleisch ist gerötet und geschwollen und neigt zu Blutungen. Eine Gingivitis ist häufig auf eine unzureichende Mund- und Zahnhygiene zurückzuführen. Auch eine Erkältung kann zu Rötungen, Schwellungen und Blutungen des Zahnfleisches führen. Verantwortlich für die Zahnfleischentzündung sind bakterielle Beläge wie zum Beispiel Plaque oder anderer Krankheitserreger, die die Mundflora angreifen. Unbehandelte Zahnfleischentzündungen können irgendwann zu Zahnfleischrückgang führen.
Bei einem Granulom handelt es sich um ein knotenförmiges, geschwulstähnliches Entzündungsgewebe im Bereich der entzündungsauslösenden Stelle. Granulome sind Neubildungen von Granulationsgewebe, die am Zahn durch chronisch entzündliche Prozesse oder allergisch bedingte Infektionen entstehen können. Granulome sind in den meisten Fällen gutartig. Von einem apikalem Granulom spricht man, wenn die Wurzelspitze eines Zahnes sowie das Zahnmark (Pulpa) entzündet sind. An der betreffenden Stelle wird der Knochen durch Entzündungsgewebe ersetzt. Auf dem Röntgenbild erscheint es als schwarzer Bereich um die Wurzelspitze. Als Therapie führt der Zahnarzt meist eine Wurzelkanalbehandlung durch. Zur begleitenden Behandlung folgt häufig eine Wurzelspitzenresektion, bei der die Wurzelspitze und das entzündete Gewebe entfernt werden.
H
Mit einem Heil- und Kostenplan (HKP) bekommt der Zahnpatient eine Übersicht über die Kosten einer geplanten Zahnbehandlung. Er bildet die Grundlage für jegliche Versorgung mit Zahnersatz wie Brücken, Kronen, Prothesen oder Implantaten. Für gesetzlich krankenversicherte Personen nutzt der Zahnarzt ein Standard-Formular für den Heil- und Kostenplan, welches aus zwei Teilen besteht. Im HKP sind die Angaben zum Zahnstatus, für die Regelversorgung und eine eventuell abweichende Therapieplanung sowie die voraussichtlichen Gesamtkosten aufgelistet. Der Zahnarzt unterschreibt den HKP und reicht ihn vor der Behandlung inklusive des Bonusheftes – falls vorhanden – bei der Krankenkasse ein, damit diese den Festzuschuss berechnen kann.
Eine Hemisektion ist die teilweise Entfernung eines mehrwurzeligen Zahns, also eines Molaren. Dieser Eingriff wird vorgenommen, wenn ein Zahn nur teilweise beschädigt ist und sich der Erhalt des Restzahns lohnt. Darüber hinaus lässt sich durch die Hemisektion eine geschlossene Zahnreihe aufrechterhalten. Vor dem eigentlichen Eingriff sollte in genügend zeitlichem Abstand eine Wurzelbehandlung bei diesem Zahn erfolgt sein, um den erhaltenden Teil des Zahns entzündungsfrei zu halten. Bei der Hemisektion selber wird der Zahn zunächst örtlich betäubt und dann zwischen den Wurzeln in der Mitte durchtrennt. Die schadhafte Wurzel wird entfernt und die übrig gebliebene dient als Halterung für den Restzahn sowie für eine Krone, die die Hemisektion optisch ausgleicht.
Bei der Hohlkehlpräparation handelt es sich in der Zahnmedizin um eine häufig eingesetzte Methode zum Beschleifen der Zähne. Hierbei wird eine hohlkehlartige Präparationsgrenze geschaffen, auf die eine künstliche Zahnkrone aufgesetzt wird. Der Zahnarzt gestaltet die hohlkehlartige Präparation mit einem speziellen Diamantschleifer. Dies dient dem Zweck, dass zwischen dem Zahn und der fertigen Krone nach deren Eingliederung ein glatter Übergang entsteht. Bei der Hohlkehlpräparation wird eine Präparationsgrenze oder auch Demarkationslinie geschaffen. Diese stellt die Grenze zwischen der unbeschliffenen und der beschliffenen Zahnsubstanz dar. Mit Präparation ist in der Zahnheilkunde das Beschleifen oder Ausbohren der Zähne gemeint. Sie erfolgt vor der Versorgung mit Zahnersatz, wie beispielsweise von Zahnkronen oder -brücken.
Habit ist ein zahnmedizinischer Fachbegriff. Ein Habit gehört zu den dummen Angewohnheiten, die in den meisten Fällen völlig unbewusst ablaufen. In der Zahnmedizin beziehen sich Habits auf den Kiefer bzw. spezielle Kieferabschnitte, die falsch belastet werden und so zu Kieferverformungen und Zahnschäden führen können. Häufig sind Kinder von Habits betroffen. Sie entwickeln Parafunktionen wie Lippensaugen, Daumenlutschen, Zungen- und Lippenbeißen sowie Zungenpressen. Dies kann zu Fehlstellungen der Zähne, zu Fehlfunktionen der Zunge und aufgrund dessen oftmals auch zu Sprachstörungen führen. Die schlechten Angewohnheiten sollten den Kindern frühzeitig abgewöhnt werden. Je später der Habit beseitigt wird, umso höher ist die Gefahr, dass das Gebiss geschädigt wird und eine Selbstheilung nicht mehr möglich ist.
Haftmittel werden in der Zahnheilkunde zum erhöhten Halt für herausnehmbaren Zahnersatz verwendet. Es hängt vom Prothesenlager bzw. dem Kiefer ab, wie gut eine Zahnprothese hält. Um den Halt zu verbessern benutzen Prothesenträger häufig Haftmittel wie Haftpulver oder Haftcremes. Bei einer Vollprothese kommt der Saugwirkung besondere Bedeutung zu. Durch Anpressen der Prothese an das Schleimhautlager, verringert sich der Spaltraum, wobei der Speichel herausgepresst wird. Durch den dabei entstehenden Unterdruck „saugt“ sich die Prothese am Kiefer fest. Schleim und Speichel können mit Haftmittel zähflüssiger gemacht werden, damit die Prothese besseren Halt bekommt. Mundspeichel und Speichelfluss sind daher für die Haftung des Zahnersatzes wichtig.
Bei Hydroxylapatit handelt es sich um einen Stoff, der ein Hauptbestandteil von Zähnen und Knochen ist. Er wird in der Zahnmedizin eingesetzt, um Zahnschmelz zu reparieren oder der Zerstörung eines Zahnes entgegenzuwirken. In der Menge ist Hydroxylapatit, neben Phospor, Calcium, Fluor, Sauerstoff, Wasserstoff und Chlor, einer der wichtigsten Bestandteile von Knochen und Zähnen. Hydroxylapatit wirkt gegen Überempfindlichkeiten und wird insbesondere zur Desensibilisierung verwendet. Die Verbindung aus Zink, Carbonat und Hydroxylapatit schützt den Zahnschmelz vor Erosionen. Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers, welcher jedoch nie aus reinem Hydroxylapatit besteht. Es kommen zusätzlich andere eingelagerte Fremdionen vor. Fluorid kann zum Beispiel die Apatit-Struktur stabilisieren.
Ein Headgear ist eine Apparatur, die in der Kieferorthopädie zur Korrektur von Kieferfehlstellungen verwendet wird. Man nennt sie auch Außen- oder Labialbogen. Labial leitet sich vom lateinischen „labium“ ab und bedeutet „Lippe“ bzw. „lippenseitig“. Der Headgear ist mit kleinen Röhrchen und Bändern ausgestattet. Diese werden an den Backenzähnen, die als Ankerzähne dienen, befestigt. Mit einem elastischen Zug wird der Headgear um Kopf und Nacken gespannt. Die Bänder der Ankerzähne bedürfen genau wie Brackets einer sorgfältigen Mundpflege. Ein Headgear kann das Wachstum des Oberkiefers hemmen. Dabei werden auch die Backenzähne nach hinten gedrückt und schaffen so mehr Platz für die Schneidezähne. Ziel dabei ist, eine schöne Zahnbogenform zu erhalten.
Halitosis ist eine Form von Mundgeruch. Hier ist der unangenehme Geruch aus dem Mund jedoch nicht auf krankhafte Veränderungen der Mundhöhle oder mangelnde Mundhygiene zurückzuführen. Vielmehr entsteht diese Art von Mundgeruch durch die Absonderung normaler oder krankhafter Stoffwechselprodukte, die sich im Speichel befinden. Halitosis kann verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen unter anderem Geschwüre der Speiseröhre, Infektionen, ein übersäuerter Magen oder fehlende Magensäure. Diese Form des Mundgeruchs kann aber auch durch Erkrankungen von Nase, Darm, Lungen oder durch allgemeine Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes entstehen.
Unter einem Hämatom versteht man einen Bluterguss, bei dem flächig oder begrenzt Blut in das Gewebe austritt. Meistens ist ein Bluterguss die Folge einer Gefäßverletzung. Man nennt ihn auch „blauen Fleck“. Bei Hämatomen sammelt sich Blut außerhalb des Gewebes bzw. der Blutbahnen oder einem anatomischen Hohlraum. Nach Operationen oder Unfällen kann eine vermehrte Blutung auftreten. Auch im dentalen Bereich können Hämatome auftreten. Das kann zum Beispiel nach einem größeren zahnärztlichen Eingriff der Fall sein. Nicht selten färbt sich die Gesichtshaut stellenweise blau wie etwa nach einer Weisheitszahn-OP oder einer anderen aufwändigen Behandlung. Auch am Zahnfleisch können Hämatome entstehen.
Von Hypersensibilität der Zähne spricht man, wenn diese überempfindlich mit Schmerzen auf Reize wie Kälte, Wärme oder Berührungen reagieren. Bei hypersensiblen bzw. empfindlichen Zähnen kommt es aufgrund äußerer Reize zu stechendem Schmerz. Am häufigsten tritt dieser bei freiliegenden Zahnhälsen auf. Das Dentin wird hier ungeschützt angegriffen. Auch abgenutzte Zahnflächen zeigen eine hypersensible Reaktion. Bei gereizten Zahnnerven, empfindlichen und schmerzenden Zahnhälsen oder nach Zahnfleischrückgang ist der Zahnhals-Schutz oftmals nicht mehr gegeben. Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers und für die Zähne von großer Wichtigkeit, da er sie vor Schäden und Reizungen schützt. Schon leichte Säuren können zur Auflösung des Zahnschmelzes (Zahnerosion) führen.
I
Ein Implantat setzt sich zusammen aus dem Implantatkörper, dem Implantataufbau (Abutment) sowie der Implantatkrone. Der Implantatkörper ist vergleichbar mit einem Schraubgewinde, welches fest in den Kieferknochen integriert wird und so den idealen Sitz des Implantates garantiert. Mit dem Implantataufbau wird eine Verbindung zwischen Implantatkörper und der Implantatkrone geschaffen. Der Aufbau und der Implantatkörper werden zunächst miteinander verschraubt. Dann erfolgt die Verschraubung der sichtbaren Implantatkrone. Bei zweiteiligen Implantatsystemen ist die Implantatkrone mit dem eingesetzten Implantat über das Abutment verbunden. Beim einteiligen System bestehen Aufbau und Implantat aus nur einem Stück. Hier erfolgt das Beschleifen des Implantataufbaus direkt im Mund, was zu Problemen wie Zahnfleisch- und Knochenbeschädigungen führen kann. Die zweiteiligen Systeme haben den Vorteil, dass der Implantataufbau zahntechnisch außerhalb des Mundes bearbeitet werden kann. Zweiteilige Systeme sind genauso stabil wie einteilige Implantataufbauten.
In-Office-Bleaching bedeutet aus dem Englischen übersetzt „Zahnaufhellung in der Zahnarztpraxis“. Die Zahnaufhellung bzw. das Bleaching sollte durch einen Zahnarzt erfolgen. Nach dem Bleaching in der Zahnarztpraxis ist das Ergebnis in der Regel sofort erkennbar. Verfärbe Zähne lassen sich durch dieses Verfahren in kurzer Zeit in mehreren Farbstufen aufhellen. Strahlend weiße Zähne stehen für Schönheit, Vitalität und Gesundheit. Viele Patienten leiden unter starken Zahnverfärbungen. Aber nicht nur aus kosmetischen und ästhetischen Gründen, bietet sich ein Bleaching beim Zahnarzt an. Häufig ist die Aufhellung auch aus medizinischen Gründen notwendig, da viele Patienten aufgrund der verfärbten Zähne psychisch stark belastet sind. Beim In-Office-Bleaching entfernt der Zahnarzt die Verfärbungen und gibt den Patienten ihr schönes Lächeln zurück.
Unter Individualprophylaxe versteht man in der Zahnmedizin ein spezielles Vorsorgeprogramm, bei dem mit entsprechenden Maßnahmen Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates entgegengewirkt werden soll. Dazu zählt auch die Aufklärung und Information des Zahnpatienten über die Zusammenhänge der Entstehung von Zahnkrankheiten, Fluoridieren der Zähne, Übungen zur Mundpflege sowie das Reinigen der Zähne und die Versiegelung von Fissuren. Diese Aufgabe übernimmt speziell ausgebildetes Personal wie etwa eine Prophylaxefachkraft. Die individuelle Prophylaxe beinhaltet die zahngesunde Ernährung, die sorgfältige Mundhygiene sowie die regelmäßige Fluoridierung der Zähne. Die Eigenverantwortung des Patienten soll durch die Individualprophylaxe gestärkt werden und ihn dazu motivieren, auf den Erhalt seiner Zahngesundheit zu achten.
Ein Inlay wird auch als Einlagefüllung bezeichnet und ist eine Zahnfüllung, die in einem zahntechnischen Labor hergestellt wird und in der Zahnmedizin zum Einsatz kommt. Inlays können aus unterschiedlichen Materialien wie Gold, Keramik, Amalgam oder einer Kombination aus Keramik und Gold bestehen. Darüber hinaus kann ein Inlay auch aus Kunststoff oder Titan gefertigt sein. Für ein Inlay ist zunächst eine Abformung des Kiefers notwendig. In der Zahntechnik erfolgt anschließend der Guss in Edelmetall, Porzellan oder Kunststoff. Das Inlay bzw. die Einlagefüllung verschließt den Zahn und dient seinem Erhalt. Inlays können auch als Verankerung dienen, um einer Zahnbrücke als Pfeiler Halt zu bieten.
„In vivo“ bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt „am lebenden Körper“ oder „im Lebendigen“. Wissenschaftliche Versuche werden hier an lebenden Personen durchgeführt. Die Ergebnisse sind daher sehr aussagekräftig, die Werte aber auch äußerst individuell. Abläufe, die in künstlicher Umgebung stattfinden, wie zum Beispiel im Reagenzglas, werden mit dem Begriff „in vitro“ beschrieben. Eine biochemische Reaktion kann entweder in vitro oder in vivo ablaufen. Auch in der Zahnmedizin werden neue Verfahren oder Materialien „in vivo“ getestet. Ergebnisse, die „in vitro“ erlangt wurden, sind auf die komplexen Bedingungen des lebenden Organismus nicht unbedingt zu übertragen. Daher dienen „in vivo-Studien“ in der wissenschaftlichen Praxis der Überprüfung von Erkenntnissen, die „in vitro“ erlangt wurden.
Interdentalbürsten werden für die Reinigung der Zahnzwischenräume und schwer erreichbaren Zähnen verwendet. Hier reichen normale Zahnbürsten häufig nicht aus, um alle Essensreste und Bakterien zu beseitigen. Die Bürsten gibt es in verschiedenen Stärken und mit unterschiedlichen Bürstenköpfen. Der Einsatz der Interdentalbürste erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl, wird aber nach einigen Versuchen zur Routine und trägt wirksam zur Mund- und Zahnhygiene bei. Sie stellt eine gute Alternative zur Zahnseide dar. Die Interdentalbürste wird vorsichtig in den Zahnzwischenraum eingeführt. Dank der individuellen Stärke und Bürstenform werden auch schwierige Stellen, wie beispielsweise die hinteren Backenzähne, gut erreicht. Mit leichten Vor- und Zurückbewegungen wird der Zahnzwischenraum sanft gereinigt. Es ist auf einen regelmäßigen Bürstenwechsel zu achten.
Mit der Interkuspidation ist der Schlussbiss gemeint, der entsteht, wenn die Zähne im Oberkiefer und Unterkiefer zusammentreffen, also wenn der Mund geschlossen ist. Es handelt sich hier um den Bereich, an dem sich die Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers in geschlossener Position berühren.Mit der maximalen Interkuspidation bezeichnet die Zahnmedizin die vollständig ineinandergreifenden Grübchen und Höcker der Zähne im Ober- und Unterkiefer. Man spricht hier auch von Vielpunktkontakt. Für eine maximale Interkuspidation ist eine normale Bisslage der Zähne Grundvoraussetzung. Hierzu zählt auch die korrekte Verzahnung der Seitenzähne im Unter- und Oberkiefer.
Mit inzisal wird die Lagebezeichnung bzw. die Richtungslage eines einzelnen Zahnes bezeichnet. Es handelt sich hier um den Schneidekantenbereich des Schneidezahns. Genauer gesagt, betrifft inzisal die Mitte der Zahnschneide oder der Schneidekante. Die Identifikation einzelner Zähne erfolgt durch die Zahnmerkmale sowie das Zahnschema. Die Lagebezeichnung der Zähne sowie deren Flächenbezeichnung helfen dem Zahnarzt, sich in der Mundhöhle zu orientieren. Dazu gehört auch der Begriff „inzisal“. Mit dem Zahnschema kann der Zahnmediziner die Position jedes Zahnes im Zahnbogen und im Kiefer genau benennen. Es gibt zum einen das Zahnschema für das Milchgebiss und zum anderen das Zahnschema für das Dauergebiss.
Invasiv nennt man in der Medizin den Zustand, wenn bei einem Eingriff in körperliche Strukturen eingedrungen wird oder diese verletzt werden, um Krankheiten zu diagnostizieren oder therapeutische Maßnahmen zu charakterisieren. Das ist beispielsweise der Fall, wenn bei einer Operation Haut oder weiches Gewebe beschädigt werden. Das Wort invasiv leitet sich aus dem lateinischen „invadere“ ab, welches für eindringen oder einbrechen steht. Unter minimal invasiv versteht man das „Geringe Eindringen in den Körper“, welches in der Zahnmedizin bei Operationstechniken häufig vorkommt. Bei der minimal invasiven Technik soll möglichst wenig am gesunden Zahnmaterial gearbeitet aber dennoch das bestmögliche Ergebnis erreicht werden.
Implantate werden in der Zahnmedizin eingesetzt. Es handelt sich hier um Schrauben, die in der Regel aus Titan gefertigt sind und als Ersatz der natürlichen Zahnwurzeln in den Kieferknochen eingesetzt werden. Zahnimplantate sind also künstliche Zahnwurzeln und dienen als Träger für Zahnersatz wie Einzelzähne, Zahnbrücken, Zahnkronen sowie Prothesen. Der moderne Zahnarzt verwendet heute rotationssymmetrische Implantate. Diese sind kreisrund und werden mit speziellen Bohrern in den Kieferknochen eingebracht. Der Kiefer bildet zusammen mit dem Zahnhalteapparat das Zahnbett. Für geübte Zahnärzte verläuft der Eingriff schnell und einfach. Es gibt verschiedene Methoden der Implantatversorgung, die teilweise große chirurgische Erfahrung des Zahnarztes voraussetzen.
Interdentalkaries bezeichnet Karies in den Zahnzwischenräumen und wird auch Interdentalraumkaries genannt. Er entsteht zwischen zwei Zähnen, bei denen ausreichende Reinigungsmöglichkeiten nicht gegeben sind. Aufgrund der schlechten Zugänglichkeit ist der Interdentalkaries in vielen Fällen schwierig vom Zahnarzt zu diagnostizieren und häufig macht nur ein Röntgenbild diese Kariesform sichtbar. Häufig findet sich der Zahnzwischenraumkaries auch am Rand einer Krone oder unter alten Zahnfüllungen. Um Interdentalkaries zu vermeiden bedarf es einer gründlichen Zahnhygiene. Neben dem normalen Zähneputzen sollte den Zahnzwischenräumen besondere Beachtung geschenkt werden. Hierfür eignen sich Hilfsmittel wie Zahnseide oder Interdentalbürsten, mit denen eine optimale Reinigung der Zahnzwischenräume erreicht wird.