Hier finden Sie wichtige Zahnarzt-Fachbegriffe von M bis O – von Mundspülung über Narkose bis Okklusion – verständlich erklärt für Patienten unserer Zahnarztpraxis WEISS32 in Stuttgart.

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Mundspülungen oder Mundwässer sind Teil einer umfassenden Mundhygiene. Mundspülungen, denen Chlorhexidin beigefügt ist, wirken antibakteriell und desinfizierend. Darüber hinaus sorgt Mundwasser für frischen Atem. Bei Mundgeruch sollte jedoch vorher die Ursache dafür diagnostiziert werden. Denn Mundwasser überdeckt zwar üble Gerüche, bekämpft aber nicht die Ursache. Nach chirurgischen Eingriffen im Mundbereich bieten sich Mundspülungen an, um Keime und Bakterien zu beseitigen und die Wunde zu desinfizieren. Aber auch bei der normalen Zahnpflege können Mundspüllösungen helfen, beispielsweise wenn die Zahnreinigung vorübergehend erschwert ist. Mundspülungen können als Ergänzung zum üblichen Zähneputzen unterstützend eingesetzt werden, um zum Beispiel Zahnfleischerkrankungen vorzubeugen.

Die myofunktionale Therapie (MFT) ist Teil der Kieferorthopädie und kommt häufig bei Kindern zum Einsatz. Es handelt sich um eine unterstützende Therapieform. Bei der Muskelfunktionstherapie sollen die Mund- und Gesichtsmuskulatur wie Kau-, Lippen-, Wangen- und Zungenmuskulatur umtrainiert werden. Hierdurch sollen im günstigsten Fall Zahnfehlstellungen, Bisslage oder Kieferanomalien beeinflusst bzw. korrigiert werden. Die myofunktionale Therapie wird bei Fehlentwicklungen von Kiefer oder Kausystem sowie falschem Schluckmuster vorwiegend bei Kindern eingesetzt. Darüber hinaus kommt sie bei Zungenpressen sowie gebissschädigenden Angewohnheiten zum Einsatz. Auch in der Sprachtherapie zur Korrektur von Lautfehlbildungen ist sie ein beliebtes Hilfsmittel. Nach einer kieferorthopädischen Behandlung hilft die MFT einem Rückfall vorzubeugen. Auch beim Gesichtsschmerzsyndrom kommt sie zum Einsatz. Dabei werden je nach Alter unterschiedliche Therapieschwerpunkte gesetzt.

Mit Mandibula wird der Unterkiefer oder die Kinnlade bezeichnet. Der Name leitet sich ab aus dem lateinischen „mandere“, was so viel heißt wie kauen. Der Unterkiefer hat eine Bogenform und ist der einzige Knochen des Kopfes, der beweglich mit dem Schädel verbunden ist. Zusammen mit den an beiden Seiten bestehenden Schläfenbeinen bildet der Unterkiefer das Kiefergelenk. Es handelt sich bei der Mandibula um den stärksten und größten Knochen des Gesichtsschädels. Der Unterkiefer kann durch seine Beweglichkeit seine Lage zum Oberkiefer verändern und auch Positionswechsel im Gebiss sind möglich. An den Unterkiefer schließen sich vier Kaumuskeln an, die für den Kieferschluss verantwortlich sind.

Mesial bedeutet „der Mitte zu“, „in Richtung der Mittellinie“, „zur Mitte des Kiefers hin“ oder „vorne im Zahnbogen gelegen“. Es handelt sich hier um Lage- und Richtungsbezeichnungen, die der Zahnarzt verwendet, um Lage, Position und Verlauf von Strukturen im Mundraum zu benennen. Mit mesial bezeichnet der Zahnarzt beispielsweise die Wurzel vorne. Das Gegenteil davon wäre „distal“ und gilt für die Wurzel hinten. Mesial kann sich auf einen einzelnen Zahn beziehen, aber auch auf eine gesamte Zahnreihe. Deutlicher wird der Begriff Mesial durch die Bezeichnungen Mesialwanderung oder Mesialbiss. Einzelne Zähne lassen sich durch das Zahnschema identifizieren.

Mucosa ist die Bezeichnung für die Mundschleimhaut. Die Mundschleimhaut bedeckt das weiche Gewebe in der Mundhöhle. Dazu zählen unter anderem die Wangenschleimhaut, der Mundboden, der Gaumen sowie die Zunge. Eine unversehrte Mundschleimhaut ist eine wichtige Voraussetzung der allgemeinen, speziell aber auch der Mundgesundheit. Die Mundschleimhaut gibt Hinweise auf den allgemeinen Gesundheitszustand, eine gesunde Ernährung, ein funktionierendes Immunsystem oder Erkrankungen. Beim gesunden Menschen ist die Mucosa gut durchblutet und ist in der Lage sich schnell zu regenerieren. Durch die antibakteriellen Substanzen in den Speicheldrüsen werden eine Austrocknung der Mundschleimhaut und bakterielle Infektionen verhindert.

Die ersten Zähne werden als Milchzähne bezeichnet und sind ab dem 6. bis 7. Lebensmonat sichtbar. Milchzähne heißen sie auch wegen ihrer milchig hellen Zahnfarbe. Zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr findet der Zahnwechsel statt und die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne abgelöst. Bis zu diesem Zeitpunkt gelten sie als Platzhalter für das bleibende Gebiss und sollten sich so lange wie möglich in intaktem Zustand befinden. Das Milchgebiss besteht aus zwanzig Zähnen. Im Gegensatz zu den bleibenden Zähnen sind sie stärker empfindlich gegen Zahnkaries. Dies ist auf die geringe Dicke des Zahnschmelzes von maximal 1 Millimeter zurückzuführen. Die Milchzähne sind wie die bleibenden Zähne unverzichtbar für das Sprechen.

Eine Marylandbrücke ist ein festsitzender Zahnersatz. Die Besonderheit besteht darin, dass keine Nachbarzähne abgeschliffen werden müssen. Stattdessen wird die Brücke mit Hilfe von Metallklammern an der Innenseite der Nachbarzähne befestigt, sodass von außen kein Unterschied zu einem natürlichen Zahn erkennbar ist. Die Marylandbrücke besteht aus Keramik, wobei sie zusätzlich einen Metallkern haben kann. Da die Marylandbrücke nicht so stabil wie andere festsitzende Brücken ist, wird sie gerne als Provisorium verwendet. Sie wird vor allem bei kurzen Lücken eingesetzt. Auch bei sehr jungen Patienten, deren Kiefer sich noch im Wachstum befindet, wird sie gerne angewandt. Dies geschieht bei frühzeitigem Verlust von Milchzähnen oder Nichtanlage von einzelnen Zähnen.

Metallkeramik oder auch Verblend-Metall-Keramik wird für Zahnersatz wie Brücken oder Kronen verwendet. Diese bestehen aus einem Metallgerüst, welches mit Keramik verblendet wird. Es handelt sich hier um das gebräuchliche Standardverfahren, mit dem zahnfarbener, festsitzender Zahnersatz hergestellt wird. Im Dentallabor wird zunächst ein Metallgerüst mit einer Aufbrenn-Legierung hergestellt, welches über hohe Wärmefestigkeit und spezielle Bestandteile verfügt, die in der Lage sind Oxide zu bilden. Hierauf wird später eine genau darauf abgestimmte keramische Masse gebrannt. Dadurch entsteht eine chemische Korrosion bzw. eine chemische homogene Verbindung. Diese Technik ist mit dem Emaillieren vergleichbar. Es können das gesamte Metallgerüst oder aber auch nur Teile davon verblendet werden.

Das „mini“ im Wort Miniimplantate bezieht sich auf den reduzierten Durchmesser des in den Kiefer eingebrachten Schraubelements. Dieses kann in der Regel selbst bei ausgeprägtem Kieferknochenschwund nach langer Zahnlosigkeit noch gesetzt werden. Daher werden Miniimplantate vor allem bei älteren Patienten empfohlen. Sie können einzeln oder als Aufhängung für eine Prothese zum Einsatz kommen. Der größte Vorteil gegenüber herkömmlichen Implantaten ist zweifelsohne die reduzierte Behandlungszeit. Miniimplantate werden alleine mit lokaler Betäubung gesetzt. Der gesamte Vorgang von der Spritze bis hin zum fertigen, festsitzenden Zahnersatz dauert in der Regel nicht einmal zwei Stunden.

Der Mesialbiss ist eine anatomische Fehlstellung des Kiefers. Die Fehlstellung kann den Ober- oder den Unterkiefer betreffen. Dann wird sie als einseitig bezeichnet. Eine zweiseitige Fehlstellung liegt hingegen vor, wenn sowohl der Ober- als auch der Unterkiefer betroffen sind. Der einseitige Mesialbiss ist optisch dadurch zu erkennen, dass der betroffene Kiefer einen sehr starken Wuchs aufweist, während der andere deutlich kleiner ist. Ist der Unterkiefer von dem starken Wuchs betroffen, steht er deutlich vor dem Oberkiefer hervor. Wenn hingegen der Oberkiefer betroffen ist, kann das Gebiss in stark ausgeprägten Fällen aus dem Mund hervorstehen. Bei der zweiseitigen Ausprägung steht der Unterkiefer immer vor dem Oberkiefer, sodass der Patient einen so genannten Unterbiss ausprägt. Die Behandlung erfolgt möglichst frühzeitig durch den Kieferorthopäden, der eine Zahnspange anlegen wird.

Mundhöhlenkrebs wird in der Zahnmedizin auch als Mundhöhlenkarzinom oder Mundkrebs bezeichnet. Es handelt sich hier um einen Tumor, der im Mundraum entstehen kann. Das häufigste und bösartigste Mundhöhlenkarzinom ist das Plattenepithelkarzinom. Bemerkbar macht sich Mundhöhlenkrebs meistens an der Unterlippe, im Mundinnenraum, dem hinteren Rachenraum, an den Rachenmandeln und an den Speicheldrüsen. Neben der genetischen Veranlagung sind die Hauptrisikofaktoren an Mundkrebs zu erkranken Alkoholkonsum, Kautabak und Rauchen. Der Krebs wird meistens erst spät erkannt, da er im Frühstadium keine Schmerzen verursacht. Erste Anzeichen für einen Tumor können rote oder weisse Flecken im Mundraum sein, die dort entstehen und nicht mehr verschwinden. Dies kann auch durch drückende Zahnprothesen verursacht werden. Die Symptome gleichen hier denen eines Tumors.

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Von einer NEM-Legierung spricht man in der Zahntechnik bei Nicht-Edelmetall-Legierungen. Unter NEM-Legierung versteht man Dental-Legierungen auf Kobalt-, Eisen oder Nickelbasis. Hauptsächlich kommen diese Legierungen bei Zahnersatz vor wie etwa bei Stahlprothesen. Eine NEM-Legierung besteht hauptsächlich aus Kobalt, Chrom, Molybdän, Mangan, Silizium und Wolfram. NEM-Legierungen kommen bei herausnehmbaren Prothesen sowie für den Gaumen-Zungenbügel bei Zahnklammern zum Einsatz. Darüber hinaus werden sie bei festsitzenden Brücken als Gerüst verwendet. NEM-Legierungen haben eine glänzend silberne Farbe. Sie sind sehr leicht und kostengünstig, eine Zuzahlung durch den Patienten entfällt. Heute werden NEM-Legierungen auch für Teleskopkronen verwendet und eignen sich aufgrund der erhöhten Elastizität auch gut für die Konstruktion größerer Zahnbrücken im Unterkiefer.

Unter Narkose versteht man so viel wie „in Schlaf versetzen“. Der Zahnarzt führt vor operativen Eingriffen durch bestimmte Medikamente kontrolliert einen Zustand der Bewusstlosigkeit bzw. Betäubung herbei. Da das zentrale Nervensystem gelähmt wird, kommt es zur Ausschaltung des Schmerzempfindens beim Patienten. Auch die Muskelspannung und Abwehrreflexe werden ausgeschaltet. Narkosen kommen häufig beim Zähneziehen (Extraktion) oder in der Kieferchirurgie zum Einsatz. Bevor der Zahnarzt den Patienten während der Behandlung in Schlaf versetzt, muss er die richtige Narkoseform vorher genau auf den Patienten abstimmen. Die Medikamente können Schmerz- oder Schlafmittel, aber auch Mittel zur Beeinflussung des vegetativen Nervensystems sowie zur Muskelerschlaffung enthalten. Narkosemittel werden vor der Behandlung meistens in die Vene gespritzt.

In der Anatomie bedeutet lingualis immer „die Zunge betreffend“. Dementsprechend bezeichnet Nervus lingualis den Zungennerv. Er ist ein Teil des Unterkiefernervs, der seinerseits wiederum vom fünften Hirnnerv ausgeht. Der Nervus lingualis ist in erster Linie für Tastsinn und Geschmackssinn des vorderen Zungenbereichs zuständig. Bei kieferorthopädischen oder zahnmedizinischen Behandlungen kann es zu Störungen des Nervus lingualis kommen. Auch Verletzungen im Gesicht haben oftmals eine Beeinträchtigung des Zungennervs zur Folge. Vergleichsweise harmlos ist die temporäre Lähmung des Nervus lingualis bei einer Betäubung vor einer Zahnbehandlung. In so einem Fall sind sensorische und geschmackliche Reize der Zunge für einen kurzen Zeitraum außer Kraft gesetzt. Man sollte daher nach einer solchen Behandlung einige Zeit auf Nahrungsaufnahme verzichten, um beim Kauen die Zunge nicht unabsichtlich zu verletzen.

Der Trigeminusnerv ist ein großer Gesichtsnerv und der fünfte von insgesamt zwölf Hirnnerven. Durch ihn werden motorische und sensible Fasern geführt, die in weite Teile des Kopfes reichen. Die Bezeichnung Nervus trigeminus ist entstanden, da sich der Nerv in drei Hauptäste aufteilt. Das sind der Oberkieferast, der Augenast und der Unterkieferast. Der Nervus trigeminus ist sehr sensibel, besonders an den Seitenästen. Reizungen können hier starke Schmerzen auslösen. Sogar leichte Reize des Trigeminusnervs reichen aus, um quälende Zahnschmerzen zu erzeugen. Ein leichtes Tippen auf die betreffende Stelle genügt, um bei dem Betroffenen ein schmerzlich verzogenes Gesicht zu bewirken. Man spricht bei der Trigeminusnervreizung auch von einer Trigeminusneuralgie.

Bei einer Nonokklusion besteht kein Kontakt zwischen den Zähnen oder den Zahnreihen. Nonokklussionen sind Anomalien, bei denen die Kontaktbeziehungen der Zahnreihen nur unzureichend sind oder komplett fehlen. Auch Fehlstellungen der Zahnbogenform begünstigen eine Nonokklusion wie beim falschen Stand einzelner Zähne, dem offenem Biss oder zu hohen Füllungen. Es gibt verschiedene Faktoren, die für die Störung der Okklusion verantwortlich sind und ein normaler Zahnreihenschluss nicht mehr gegeben ist. Dies können Zahnbrücken, Kronen oder nicht ersetzte Zähne nach Zahnverlust sein. Bissanomalien wie Kreuzbiss, offener Biss oder Zwangbiss lassen keine normale Okklusion, also Zahnabschluss zu. In diesen Fällen spricht man dann von Nonokklusion.

Die normale Zahnstellung wird vom Zahnmediziner als Neutralbiss bezeichnet. Dabei schließen Ober- und Unterkiefer ideal miteinander ab. Dabei ist eine Verzahnung von Ober- und Unterkiefer zu beobachten. Dies bedeutet, dass einige Zähne eine Verbindung zueinander eingehen, wenn das Gebiss übereinander gelegt wird. Patienten, die einen Neutralbiss haben, können optimal kauen. Korrekturen des Gebisses sind nicht notwendig. Auch optisch sieht der Normalbiss sehr ästhetisch aus. Wenn die Zahnreihe vollständig ohne Lücken ist, verschließen die sogenannten mesiobuccalen Höcker der Zähne 16 und 26 aus dem Zahnschema miteinander ab. Das Gebiss ist verschlossen, es gibt keine Zahnlücken und es ist nicht möglich, durch das Gebiss hindurch zu schauen.

Bei einer nichtinvasiven Behandlung wird ein medizinisches Problem ohne Verletzung oder Durchdringung von Gewebe durchgeführt. Auch das Einführen von Geräten in den Körpern ist bei nichtinvasiver Medizin ausgeschlossen. Insbesondere auf die Zahnmedizin bezogen bedeutet das, dass eine Behandlung ohne Bohren, Schleifen oder Verlust von Zahnsubstanz von statten geht. Ozontherapie ermöglicht eine Behandlung von Karies, die ganz ohne Bohren auskommt. Dabei wird dreiatomiger Sauerstoff (=Ozon) eingesetzt, der desinfizierend wirkt und damit Keime abtötet. Auch der Einsatz von Veneers stellt eine nichtinvasive Methode dar. Dabei wird eine hauchdünne Keramikschicht auf den Zahn geklebt, um ihn vor Umwelteinflüssen zu schützen. Diese Methode wird vor allem bei Frontzähnen eingesetzt.

Mit Nekrose bezeichnet man das abgestorbene Gewebe oder den lokalen Gewebsuntergang am lebenden Organismus. Nekrosen entstehen durch Mangel an Sauerstoff, Bakteriengifte, Traumata etc. Bei einer Nekrose sterben Gewebezellen ab, die vorher etwa durch Infektionen mit Krankheitserregern geschädigt wurden. Sie können auch Folge mechanischer Verletzungen sein. Auch Kälteeinwirkung und der Kontakt mit Toxinen begünstigen Nekrosen. Wenn das Nervengewebe abstirbt, tritt eine so genannte Pulpa-Nekrose auf. Dabei verwest das Nervengewebe, wobei es durch bakterielle Fäulnisprozesse zersetzt wird. Das nekrotische Gewebe kann zu Entzündungen an der Wurzelspitze eines Zahnes führen, welche schmerzhaft und belastend für den betroffenen Patienten ist. In diesem Fall führt der Zahnarzt eine Wurzelkanalbehandlung durch, wobei das nekrotische Gewebe entfernt wird.

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Unter Oberflächenanästhesie wird in der Zahnmedizin eine Form der Lokalanästhesie verstanden. Bei dieser Narkoseform wird das Narkosemedikament auf die Schleimhaut oder die Haut aufgebracht. Es handelt sich hier um eine leichte Betäubungsform, die weitestgehend keine Nebenwirkungen verursacht. Die Oberflächenanästhesie dient zur oberflächlichen Schmerzbetäubung und gehört in den Bereich der Lokalanästhesie bzw. der örtlichen Betäubung. Um dem Patienten bei kleineren zahnmedizinischen Eingriffen Schmerzen zu ersparen, ist hier die Oberflächenanästhesie das Mittel der Wahl. Bewusstsein, Bewegungsfähigkeit und Motorik bleiben jedoch vollständig erhalten. Das Narkosemittel wird direkt auf die Abzweigungen der Nervenenden aufgebracht und hemmt dort die Schmerzimpulse.

Unter Orthodontie versteht man in der Zahnmedizin die Korrektur von Fehlstellungen der Zähne mit Hilfe spezieller Apparaturen wie beispielsweise Zahnspangen. Stellungsanomalien der Zähne werden so mechanisch beseitigt. Mit Orthodontie ist das Zurechtsetzen der Zähne gemeint bzw. gerade, aufrechte Zähne. Zur Orthodontie zählen das Regulieren der Zähne bzw. das Bewegen der Zähne in die richtige Stellung. Hier ist die Geradestellung der Zähne mit den gegenüberliegenden Schneidezähnen gemeint. Man nennt dies auch Geradbiss. Mit dem Begriff Orthodontie wird darüber hinaus die Ansatzrichtung der Schneidezähne im Bereich des Zwischenkiefers bezeichnet. Diese bilden hier einen rechten Winkel mit der Schädelachse.

Bei Ozon handelt es sich um einen dreiatomigen Sauerstoff. Es ist ein starkes Oxidationsmittel, welches stechenden Geruch und beim Einatmen gereizte Schleimhäute hervorruft. In der Zahnmedizin dient Ozon als schonende Behandlungsmöglichkeit und kommt dort bereits seit den 1930er-Jahren zum Einsatz. Es sorgt sehr wirksam für die Reduzierung von Keimen und wird vom Zahnarzt mit einer Sonde in den zu behandelnden Zahnbereich eingeführt. Ozon wird in der Zahnmedizin bei Prophylaxemaßnahmen eingesetzt. Hier ist es ohne operativen Eingriff und Narkose möglich, tiefe Zahnfleischtaschen zu erreichen. Daher ist Ozon für die Parodontitis-Therapie und die Kariesbehandlung ebenfalls ein beliebtes Mittel. Darüber hinaus wird Ozon bei der Implantologie eingesetzt und ist hilfreich bei Wurzelkanalbehandlungen.

Mit Okklusion wird in der Zahnmedizin der Kontakt zwischen den Zähnen von Ober- und Unterkiefer beschrieben. Es wird die statische und die dynamische Okklusion unterschieden. Bei der statischen Okklusion liegen die Zähne aufeinander, man spricht auch von Verzahnung. Bei der dynamischen Okklusion beissen die Zähne beim Schließen des Kiefers aufeinander und erhalten so den Zahnkontakt. Bei geschlossenem Mund liegen im Idealfall die Zähne nach einem bestimmten Muster aneinander. Diese Verzahnung wird in der Zahnmedizin als Okklusion bezeichnet. An der dynamischen Okklusion (Aufbiss) sind die Kiefermuskulatur und das Kiefergelenk beteilitgt. Eine normale Okklusion ist nur gegeben, wenn Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zähne optimal funktionieren. Auch Kiefer und Zahnbogenform müssen für die normale Okklusion eine korrekte Form aufweisen.

Bei der Osteotomie wird in der Zahnmedizin Knochen operativ durchtrennt. Dazu zählt auch das Ausschneiden bzw. Beseitigen eines Knochenstücks oder das Entfernen eines Zahnes (Extraktion). Während einer Osteotomie wird der verlängernde Kieferknochen durchtrennt und fixiert. Anschließend erfolgt die Fixierung der beiden Hälften über mehrere Wochen, wobei kontinuierlich eine Auseinanderbewegung entlang der Längsachse erfolgt. Die Osteotomie erfolgt mit Bohrern, Meisseln oder Sägen. Diese sind hilfreich, um zum Beispiel einen Weisheitszahn oder eine abgebrochene Zahnwurzel zu entfernen. Osteomatien werden auch im Oberkiefer durchgeführt, um erblich bedingte Zahnfehlstellungen zu korrigieren.

Der Begriff okklusal beschreibt in der Zahnmedizin alles, was die Kaufläche (Okklusionsfläche) eines Zahnes betrifft. So spricht man beispielsweise von einer okklusalen Füllung, wenn eine Zahnfüllung auf der Kaufläche platziert wird. Die Kauflächen der Backenzähne weisen charakteristische Höcker und Fissuren (Grübchen) auf, die beim Kauen die Nahrung zerkleinern. Eine gesunde okklusale Anatomie ist entscheidend für eine effiziente Kaufunktion und die gleichmäßige Verteilung der Kaukräfte. Okklusale Defekte wie Abrasionen oder Karies können mit Inlays, Onlays oder Kronen versorgt werden, um die ursprüngliche Zahnform wiederherzustellen.

Ossa ist die Bezeichnung für Knochen. Knochen ist die harte Form von Binde- und Stützgewebe und ergibt das menschliche Skelett. Der Mensch verfügt über ca. 208 Knochen. Die Zähne bilden eine eigenständige Gewebeeinheit. Im Bereich des Schädels befindet sich beispielsweise der Oberkieferknochen (Maxilla), bei dem es sich um einen hohlen Knochen handelt. Den Unterkieferknochen nennt man Mandibula. In der Zahnmedizin dient der Kieferknochen als Zahnhalteapparat. Das Zahnfach fungiert hier als Anker oder auch Zahnbett. Das Knochengewebe besteht aus Knochenzellen sowie einer verkalkten Zwischenzellsubstanz. Durch diese mineralische Substanz erhält der Kieferknochen seine hohe Festigkeit gegenüber Druck, Drehung, Biegung und Zug.

Onlays werden auch Kuppelfüllungen genannt. Sie ersetzen defekte oder geschwächte Zahnwände. Das Onlay greift dabei über die Zahnhöcker, die für das Tragen der Kaukraft zuständig sind. Nach einer Wurzelbehandlung oder einer umfangreichen Kariestherapie schützen Onlays den Zahn vor zahnzerstörenden Kaukräften. Ein Onlay ist eine Art von Zahnersatz, bei dem im Gegensatz zum Inlay die ganze Kaufläche sowie die Zahnhöcker mit Keramik oder Metall überlagert werden. Onlays kommen zum Einsatz, wenn ein Inlay für die Versorgung des Zahnes nicht mehr ausreicht. Inlays bedecken die Kaufläche nur teilweise. Onlays bestehen aus Keramik, Kunststoff, Titan oder Edelmetall wie zum Beispiel Gold.

Mit Oralchirurgie wird ein Fachgebiet in der Zahnmedizin bezeichnet. Man spricht auch von Mundchirurgie. Der Oralchirurg befasst sich mit operativen Eingriffen im Bereich der Mundhöhle. Es handelt sich hier um ein Teilgebiet der Zahnheilkunde, bei dem der spezialisierte Fachzahnarzt Diagnosen erstellt und anschließend den chirurgischen Eingriff durchführt. Die Oralchirurgie umfasst neben der Zahn- und Mundheilkunde die Kieferheilkunde, zu der auch die Behandlung von Kieferbrüchen zählt. Auch die entsprechende Diagnostik wird vom Oralchirurgen vorgenommen. Darüber hinaus zählen die Weisheitszahnentfernung und die Zahnimplantologie zum Aufgabenbereich des Oralchirurgen. Die chirurgischen Fachzahnärzte müssen eine drei- bis vierjährige Ausbildung mit Abschlussprüfung absolvieren.

Bei einer Osteomyelitis liegt eine Knochenmarksentzündung des Kieferknochens vor. Diese wird häufig durch Staphylokokken verursacht. Es gibt dafür verschiedene Ursachen. Die Erkrankung kann Folge eines offenen Kieferknochenbruches sein, der schlecht verheilt oder durch eine infizierte Wunde sowie eitrigen Zahnwurzelentzündungen entstehen. Bei der Osteomyelitis liegt eine bakterielle Infektion des Knochenmarks oder der Knochenrinde vor, die starke Schmerzen in den betroffenen Gelenken oder Knochen verursacht. Bei der Osteomyelitis sind die feinen Röhrchensysteme des Knochens entzündet, die für deren Nährstoff- und Nervenversorgung zuständig sind. Die Infektion erfolgt über eben diese Röhrchenkanäle durch eindringende Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien.

Beim okklusalen Trauma kommt es zur Überlastung der Zähne. Die Ursache dafür ist häufig das Zähneknirschen, wobei der Zahnhalteapparat überbelastet wird. Die traumatisierende Okklusion ist auch oftmals Folge von störenden Gleithindernissen oder Vorkontakten. Die Okklusion stellt den Oberbegriff für jeden Kontakt zwischen den Zähnen aus zwei Kieferhälften dar. In der Zahnmedizin gibt es die Okklusion und die Nonokklusion. In der Zahnmedizin bedeutet ein Trauma die Verletzung durch eine Wunde, die durch äußere Einwirkung bzw. Gewalteinwirkung entstanden ist. Eine traumatische Okklusion oder ein okklusales Trauma entsteht, wenn die Schliessbewegung im Kiefer gestört ist.