Hier finden Sie wichtige Zahnarzt-Fachbegriffe von P bis R – von Parodontose über Prothese bis PZR – verständlich erklärt für Patienten unserer Zahnarztpraxis WEISS32 in Stuttgart.

P

Parodontosebehandlung bedeutet in der Zahnmedizin die Behandlung oder die Therapie des erkrankten Zahnbettes bzw. Zahnhalteapparates. Parodontose entsteht durch andauernde Entzündungen des Zahnfleischsaumes (Gingivitis). Verantwortlich dafür sind Keime, die sich in den Zahnfleischtaschen ansiedeln. Folge davon ist die Lockerung der Zähne bis hin zu Zahnverlust. Paradontosebehandlungen sind Maßnahmen zur Behandlung des kranken Zahnhalteapparates. Mit ihnen kann das Risiko für einen Zahnverlust verringert, die Zähne erhalten bzw. ihre Lebensdauer verlängert werden. Das Ziel der Parodontosetherapie ist der entzündungsfreie Zahnhalteapparat. Die Erkrankung kann nur in seltenen Fällen komplett ausgeheilt werden. Mindestens einmal pro Jahr sollte eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden.

Prothesen werden in der Zahnmedizin als Zahnersatz bezeichnet. Sie dienen als Ersatz für verlorengegangene eigene Zähne. Prothesen sind herausnehmbar und machen Sprechen und Essen wieder ohne Probleme möglich. Auch festsitzende Prothesen und Prothesen für Zahnimplantate werden als Zahnersatz verwendet. Man unterscheidet Teilprothesen und Vollprothesen. Teilprothesen sind herausnehmbare Prothesen, die oftmals im Volksmund auch als „Gebiss“ oder „Zahngebiss“ bezeichnet werden. Hier müssen nur einzelne Zähne bzw. Zahnbereiche ersetzt werden. Die Prothesen werden mit Geschieben oder Klammern befestigt. Sind gar keine Zähne mehr vorhanden, kommt nur noch eine Vollprothese oder die Versorgung mit Implantaten in Frage. Teil- und Vollprothesen sind erheblich preisgünstiger als Implantate.

Mit PZR wird die Professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt bezeichnet. Die professionelle Zahnreinigung umfasst alle Maßnahmen, die für die Reinigung der Zahnoberflächen notwendig sind. Sie zählt zu der zahnmedizinischen Prophylaxe und sollte mindestens einmal im Jahr durchgeführt werden, um hartnäckige Zahnbeläge wie Plaque und Zahnstein zu entfernen. Dies ist mit der herkömmlichen Mundpflege nur schwer realisierbar. Bei der PZR werden die Zähne vom Zahnarzt oder einer Prophylaxefachkraft mechanisch gereinigt. Dies geht über die normale Zahnreinigung hinaus. Es werden Zahnstein und weitere Zahnhartbeläge mit speziellen Reinigungsgeräten entfernt. Anschließend erfolgt eine Politur, die die Zähne glatt macht und die wiederholte Ansiedlung von Ablagerungen erschwert. Mit der professionellen Zahnreinigung wird die Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparats positiv unterstützt.

Palatinal bedeutet gaumenseitig, den Gaumen betreffen oder gaumenwärts. Der Begriff findet nur im Bereich der Oberkieferzähne Anwendung. Mit Palatinal werden die Innenseiten der Zähne des Oberkiefers, die in Richtung Gaumen weisen, beschrieben. Es handelt sich um eine Richtungsangabe, die in der Zahnmedizin zum Einsatz kommt, wenn die Lage der Zähne zum Gaumen hin benannt werden soll. Der Palatinal-Bügel oder auch Gaumenbügel dient der Entlastung. Es handelt sich hier um ein Verbindungselement zweier Prothesensättel für den Oberkiefer. Bei Teilprothesen gibt es ihn in verschiedenen Größen und Formen. Er sorgt für Lagestabilität und eine Versteifung der Prothesenkonstruktion. So wird die gleichmäßige Kaukraftverteilung auf den Kieferknochen gewährleistet.

Parodontose ist eigentlich ein veralteter bzw. falsch angewandter Begriff. In der Medizin beschreibt die Endung -ose immer eine degenerative Störung eines Gewebes (z.B. Arthrose), während die Endung -itis eine Entzündung bezeichnet. Lange Zeit konnten die Parodontitis hervorrufenden Bakterien in den Zahnfleischtaschen im Labor nicht nachgewiesen werden, weswegen man fälschlicherweise von einer stoffwechselbedingten Störung ausging. Fachlich ist der Begriff Parodontose heute unhaltbar. Korrekt würde er einen nicht-entzündlichen Zahnfleischschwund beschreiben. Dennoch wird man ihn häufig an anderer Stelle hören. Umgangssprachlich bezeichnen viele Laien eine Parodontitis als Parodontose. Auch eine Gingivitis wird gerne fälschlicherweise Parodontose genannt. Aus dem Begriff Paradont lässt sich auch eine Zahnfleischerkrankung, die Parodontose ableiten. Hier kommt es bei Patienten in fortgeschrittenem Alter zu einem Rückgang des Zahnhalteapparates, ohne dass dabei eine Entzündung auftritt. Man spricht hier auch von Zahnbettschwund. Durch den Kieferknochenschwund kann Zahnverlust entstehen.

WurzelhautUnter Paradont oder Paradontium versteht man in der Zahnmedizin ein System, welches alle Gewebe umfasst, die den Zahn im Kieferknochen verankern. Es wird auch als Zahnbett bezeichnet. Zum Paradontium zählen der Kieferknochen, der Wurzelzement und die Wurzelhaut. Paradont ist die Bezeichnung für den Zahnhalteapparat.

Bei den Prämolaren handelt es sich um die zwei Backenzähne, die vor den dritten Backenzähnen stehen. Man nennt sich auch vordere, kleine Backenzähne. Sie sind vergleichbar mit der häufig zweihöckrigen Zahnkrone sowie der geringfügig verschobenen Längsfurche und einfach zu erkennen. Prämolaren haben als weiteres Erkennungszeichen gegabelte Enden mit einer Vertiefung. Molar ist die lateinische Bezeichnung für die Mahlzähne im Kiefer des Menschen. Sie sind für das Zerkleinern von Nahrung zuständig, die mit den Schneidezähnen abgebissen wird. Bei den Molaren (Dentes molares) sind die großen Backenzähne gemeint. Die kleinen Backenzähne sind die Prämolaren.

Der Begriff Plombe beschreibt die Füllung im Zahn. Man spricht häufig bei einer lockeren Zahnfüllung von einer Zahnplombe. Der Ausdruck ist jedoch veraltet. Die lose Plombe ist anfangs nur unangenehm und verursacht keine Schmerzen. Diese stellen sich dann jedoch nach einer gewissen Zeit ein. Daher sollte frühzeitig ein Zahnarzt aufgesucht werden. Ein Großteil der Weltbevölkerung trägt Zahnplomben aus Amalgam im Mund. Das Material ist preiswert und schnell und einfach zu verarbeiten. Darüber hinaus halten Amalgamfüllungen lange. Amalgam enthält das Schwermetall Quecksilber und ist aufgrund seiner toxischen Wirkung in die Kritik geraten. Bisher konnten Gesundheitsschäden durch Amalgamfüllungen nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Ein Provisorium ist in der Zahnmedizin ein zeitweiliger Zahnersatz, der dem Patienten bis zur Fertigstellung des eigentlichen Zahnersatzes eingesetzt wird. Dies geschieht aus dem Grund, um eine Wanderung der übrigen Zähne in die Zahnlücke zu vermeiden. Provisorien dienen auch als Schutz des Zahnes, wenn dieser beispielsweise für Zahnersatz wie Zahnbrücken vorbereitet wurde. Interimszahnersatz dient häufig als Langzeitprovisorium. Es kommen häufig festsitzende Langzeitprovisorien für Zahnbrücken oder Kronen zum Einsatz, die im Labor angefertigt werden. Das Provisorium besteht in der Regel aus metallgestütztem oder gefrästem CAD/CAM-Kunststoff. Auch hier wird verhindert, dass die noch bestehenden Nachbarzähne in die Zahnlücke wandern. Darüber hinaus wird der Zahn nach der Präparation geschützt.

Parodontosis leitet sich vom Begriff Parodontium ab, welches ins Deutsche übersetzt Zahnhalteapparat oder Zahnbett bedeutet. Parodontosis ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates. Die Krankheit erfolgt schleichend und nicht entzündlich. Das Zahnbett wird jedoch immer weiter geschädigt und es kommt zur Lockerung der Zähne. Im schlimmsten Fall droht Zahnverlust. Durch den nicht entzündlichen Verlauf der Parodontosis wird diese oft erst spät bemerkt. Nach und nach werden die Zahnwurzeln jedoch sichtbar und auch Temperatur- und Berührungsempfindlichkeiten treten an den Zahnhälsen auf. Die Ursachen können schlechte Zahnfüllungen sowie Fehlbiss, Zahnstein oder schlecht sitzender Zahnersatz sein.

Plaque ist Zahnbelag, der sich auf den Zähnen anlagert. Dieser setzt sich aus Nahrungs- und Stoffwechselbestandteilen, Speichel und Bakterien zusammen. Die Plaque ist gut zu spüren, wenn man mit der Zunge über die Zähne gleitet. Diese fühlen sich dann rau und uneben an. Zahnbelag ist ein biologischer Film, der besonders an schwer erreichbaren Stellen zwischen den Zähnen vorkommt. Plaquefreie Zähne zu behalten ist oftmals schwierig. Angelagerte Plaque begünstigt Karies und Zahnfleischerkrankungen. Neben einer sorgfältigen Mundhygiene sollten betroffene Patienten ein bis zwei Mal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung vom Zahnarzt durchführen lassen. Dieser entfernt dann mit speziellen Gerätschaften auch die hartnäckigeren Plaque-Ablagerungen.

Q

Quecksilber ist ein silberweißes, glänzendes Metall, welches hoch toxisch ist und als einzige Metallart bei normaler Temperatur in flüssigem Zustand verbleibt. Egal in welcher Form, ob als Quecksilberdampf oder elementares Quecksilber, das Metall bleibt immer gesundheitsschädlich. Bei elementarem Quecksilber handelt es sich um die verdampfbarste Metallform. Es gibt bereits bei Zimmertemperatur oder leichter Bewegung Dämpfe ab. In der Zahnheilkunde kommt elementares Quecksilber für die Herstellung von Amalgamfüllungen zur Verwendung. Hier beschränkt sich das toxische Potential auf den Quecksilberdampf. Gesundheitliche Schäden durch Quecksilber bzw. Amalgamfüllungen konnten zwar bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, jedoch ist diese Art der Zahnfüllungen heute umstritten.

Mit dem Quicktest wird die Blutgerinnungsfähigkeit bzw. die Blutgerinnungsgrößen getestet. Normal ist ein Quickwert im Bereich von 80 und 130 Prozent. Dieser Wert wird bei 99 Prozent der gesunden Menschen ohne medikamentöse Behandlung erreicht. Patienten mit Blutgerinnungsstörungen, etwa nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, die den Blutverdünner Marcumar einnehmen, müssen den Quicktest alle drei bis fünf Wochen bei ihrem Hausarzt wiederholen. Da das Blut bei Marcumar-Patienten verdünnt wird, ist auch die Blutgerinnung herabgesetzt. Bei Verletzungen kann der Patient daher lange nachbluten. Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene vor einer Zahnarztbehandlung den Zahnarzt auf die Einnahme von Blutverdünnern hinweisen. Der Quicktest-Ausweis des Patienten gibt dem Zahnarzt Aufschluss über die Blutgerinnungswerte.

R

Bei einer Resektion wird der Teil eines Gewebes entfernt. In der Zahnmedizin ist die Wurzelspitzenresektion gemeint. Bei diesem Eingriff entfernt der Zahnarzt die Spitze der Wurzel mit dem Ziel, den Zahn zu erhalten. Die Wurzelspitzenresektion ist eine recht aufwendige Operation, die für den Patienten eine hohe Belastung darstellt. Aus diesem Grund wird sie überwiegend im Frontbereich des Gebisses durchgeführt, um den Zahn im sichtbaren Bereich des Kiefers nicht ziehen zu müssen. Hat sich die Zahnwurzel entzündet, kann der Entzündungsherd auf den Kiefer übergreifen und starke Beschwerden hervorrufen. Auch eine Parodontitis, eine Zerstörung der Wurzel aufgrund eines Unfalls oder Anomalien können Indikationen für eine Resektion sein. Der Zahnarzt öffnet den Kiefer und entfernt den unteren Teil der Wurzel. Anschließend wird der offene Zahn durch eine Wurzelfüllung verschlossen.

In der Zahnmedizin kommen Retraktionsfäden oder -ringe zum Einsatz, wenn störendes Zahnfleisch zurückgedrängt oder eine Zahnfleischblutung gestillt werden soll. Es handelt sich um getränkte Fäden aus Baumwolle, mit denen das Zahnfleisch vorübergehend zurückgedrängt wird, bevor eine Abformung des präparierten Zahnstumpfes genommen wird. So wird die unter dem Zahnfleisch liegende Präparationsgrenze darstellbar. Zahnärzte benutzen Retraktionsfäden zur Füllungstherapie bei Zähnen, bei denen das Zahnfleisch das zu behandelnde Loch (Kavität) bedeckt. Die Fäden werden vorher in einer speziellen, aluminiumsalzhaltigen Lösung getränkt. Retraktionsringe kommen bei bestehenden Blutungen aus der Zahnfleischtasche zum Einsatz und dienen dort der Blutstillung.

Eine „Retrograde Wurzelfüllung“ wird in der Zahnmedizin durchgeführt, wenn ein Restzahn von der Wurzelseite her mit einer Füllung versehen werden soll. Bei einem abgestorbenen Zahnnerv ist nicht zwangsläufig der ganze Zahn unrettbar verloren. Mit einer Wurzelfüllung und einer Wurzelkanalbehandlung ist der Erhalt des Zahnes möglich. Die „Retrograde Wurzelfüllung“ ist eine chirurgische Maßnahme. Wenn der Wurzelkanal nicht von der Zahnkrone aus verschlossen werden kann, versucht der Zahnarzt dies von der Zahnwurzel her oder von unten. Mit der retrograden Wurzelfüllung und der damit verbundenen Wurzelspitzenresektion ergreift er die letztmögliche Maßnahme, um den Zahn zu erhalten.

Mit radikulär ist in der Zahnmedizin „von der Zahnwurzel ausgehend“, „die Zahnwurzel betreffend“ oder „zur Wurzel gehörig“ gemeint. Darüber hinaus bedeutet radikulär „um die Zahnwurzel herum“, welches auch die Spinalnerven mit einbezieht. Mit interradikulär wird der Bereich zwischen den Zahnwurzeln bezeichnet. Bei einer Radikulitis kommt es zu Schmerzen, die von der Nervenwurzel (radikulär) ausgehen. Bei einem Radikulärsyndrom breiten sich die Schmerzen im Bereich um die Nervenwurzel aus. Es kommt zu ausstrahlenden Schmerzen im Zahnwurzelbereich. Radikuläre Zysten zeigen sich in entzündeten Wurzelspitzen und treten in der Regel bei bereits kranken Zähnen auf. Häufig ist hier bereits die Pulpa abgestorben und der Zahn bereits tot.

Radix (Radix dentis) ist die Bezeichnung für die Zahnwurzel. Diese gehört zum nicht sichtbaren Teil des Zahnes unterhalb der Zahnkrone und ist im Zahnfach des Kieferknochens befestigt. Dort wird es mit den Sharpey-Fasern der Wurzelhaut sowie dem Wurzelzement fixiert. Den Übergang zwischen Zahnkrone und Zahnwurzel nennt man Zahnhals. Die Wurzel wird vom Wurzelzement und der Zahnwurzelhaut bedeckt. Der Radix hat die Aufgabe die Zähne im Kiefer zu verankern. Die Zahnwurzel besteht aus einer Zement-Ummantelung und aus Dentin. Dieser Zahnzement ähnelt knochenartigem Gewebe und umgibt die gesamte Wurzel. Zahnwurzeln können einwurzelig (Schneidezähne) oder zweiwurzelig (untere Backenzähne) sein. Die oberen Backenzähne sind dreiwurzelig. Bei den Weisheitszähnen ist die Anzahl der Wurzeln unregelmäßig.

Retrusion ist die Bezeichnung für zurückstehende Zähne. Es handelt sich hier um eine vom Normalzustand abweichende Zahnstellung bzw. Gebissanomalie. Zähne können sich im Gebiss drehen, kippen oder sich am falschen Platz befinden. Zahnstellungsabweichungen wie die Retrusion können genetisch bedingt sein. Aber auch wenn die Milchzähne zu früh verloren gegangen sind, kann es zur Rückverlagerung der Zähne kommen. Die Milchzähne haben eine Platzhalterfunktion, die wichtig für die späteren bleibenden Zähne ist. Wenn Unter- und Oberkiefer nicht zusammenpassen, sind Karies und Kieferprobleme häufig die Folge. Fehlstellungen der Zähne können vom Kieferorthopäden mit Apparaturen wie etwa Zahnspangen korrigiert werden.

Als Replantation wird in der Zahnheilkunde das Zurückverpflanzen eines ausgeschlagenen Zahnes verstanden. Es kann aufgrund eines Unfalls zu einem Zahnverlust kommen, die eine Replantation notwendig macht. Hier wird dann der ausgeschlagene Zahn wieder eingepflanzt. Bei einem operativen Eingriff wird der abgetrennte Zahn wieder mit dem Körper verbunden und erhält so seine Funktionalität zurück. Die Replantation eines Zahnes sollte so schnell wie möglich erfolgen. Je kürzer sich der Zahn außerhalb des Mundraumes befindet, umso besser sind die Einheilungschancen. Beim Replantieren eines Zahnes erfolgt eine Schienung, die es ermöglicht, dass der Zahn in seinem Knochenfach verankert bleibt.

Unter Rezession wird in der Zahnmedizin der Rückgang des Zahnfleisches bezeichnet, wobei jedoch keine Entzündungssymptome auftreten. Rezessionen entstehen durch das Schrubben der Zähne. Mit einer gingivalen Rezession sind freiliegende Zahnhälse gemeint, die meist an einzelnen Zähnen isoliert auftreten, jedoch keine Entzündungen aufweisen. Rezessionen sind entzündungs- und bakterienfreie Prozesse, die Zahnfleischschwund bzw. Zahnfleischrückgang auslösen. Eine Gingiva-Rezession tritt häufig an der Wangenseite oder der Mundinnenraumseite auf. Bei parodontalen Rezessionen kommt es neben dem Zahnfleischrückgang auch zum Abbau des Zahnfachknochens. Die altersbedingte Zahnabnutzung nennt man gingivale Rezession. Für die Tiefe und Breite der Rezessionsstelle, an der Paradontitis den Zahnfleischrückgang veranlasst hat und für die Größe der freiliegenden Wurzelflächen gibt es spezielle Rezessionsklassen. Diese helfen dem Zahnarzt, den Erkrankungsstand genau zu bestimmen.

Ein Röntgenpass ist ein Dokument, welches alle erfolgten Röntgenuntersuchungen eines Patienten auflistet. Seit Erneuerung der Röntgenverordnung ist diese spezielle Dokumentationspflicht vorgeschrieben. Der Röntgenpass enthält beispielsweise Aufzeichnungen über das Bestrahlungsdatum, den Befund und die bestrahlten Körperteile des Patienten. Anhand des Röntgenpasses haben Ärzte einen Überblick über die bereits durchgeführten Röntgenuntersuchungen des Patienten. So werden Doppeluntersuchungen ausgeschlossen und das Strahlungsrisiko verringert sich. Darüber hinaus wird der Abgleich und Austausch bereits gefertigter Röntgenaufnahmen für die verschiedenen behandelnden Ärzte vereinfacht. Unabhängig vom Röntgenpass schreibt die Röntgenverordnung vor, dass die Röntgenuntersuchung in der Arztpraxis dokumentiert wird.

Ein Reizfibrom ist eine gutartige Wucherung an der Mundschleimhaut, die entweder von Entzündungen oder von wiederholter mechanischer Belastung hervorgerufen wird. Häufig sind die Innenseiten der Wangen betroffen, Reizfibrome können aber auch an anderen Stellen der Schleimhaut auftreten. Die häufigste Ursache sind Prothesen oder scharfe Kanten von Zahnersatz oder auch natürlichen Zähnen, die immer wieder mit derselben Stelle der Schleimhaut in Berührung kommen. Ein Arzt entfernt das Reizfibrom chirurgisch unter lokaler Betäubung. Dies gilt als harmloser Eingriff. Das entnommene Gewebe wird zusätzlich im Labor untersucht, um eine maligne Ursache auszuschließen. Die Ursache des Reizfibroms (Prothese, etc.) muss dringend eliminiert bzw. angepasst werden, da es sonst immer wieder auftreten kann.

Die Bezeichnung Retrognathie gilt in der Zahnheilkunde für Ober- und Unterkiefer. Bei einer maxillären Retrognathie ist der Oberkiefer nach hinten verlagert. Der Oberkieferkörper ist verkleinert. Bei einer mandibulären Retrognathie liegt eine Rückverlagerung des Unterkiefers vor. Der Unterkiefer ist hier verkürzt. Man spricht auch von einem „Fliehenden Kinn“. Auch im Schlaf kommt es häufig zu einer mandibulären Retrognathie. Wenn der Mensch schläft, entspannen sich die Muskeln. So auch im Gesichts- und Kopfbereich. Der Mund öffnet sich und der Unterkiefer wird leicht nach hinten verlagert. Fällt diese Rückverlagerung zu stark aus, verengen sich die Atemwege und die Atmung wird blockiert. Der Mensch schnarcht und kann eine Schlafapnoe entwickeln.