Hier finden Sie wichtige Zahnarzt-Fachbegriffe von S bis U – von Sinuslift über Schiene bis Unterkiefer – verständlich erklärt für Patienten unserer Zahnarztpraxis WEISS32 in Stuttgart.
S
Scaling hat in der Zahnmedizin die Bedeutung des Abkratzens von Zahnstein bzw. Plaque. Scaling heißt übersetzt „Abkratzen“. Es handelt sich um eine Oberflächenreinigung der Zähne und erfolgt mit speziellen Instrumenten. In modernen Zahnarztpraxen kommen Geräte auf Ultraschallbasis zum Einsatz. Beim Scaling-Verfahren werden Zahnbeläge wie Zahnstein, Flecken und weiche Ablagerungen der Zähne entfernt. Das Scaling-Verfahren ist Teil der professionellen Zahnreinigung beim Zahnarzt. Bei regelmäßiger Durchführung, empfohlen wird einmal jährlich, kann durch die Zahnsteinentfernung dentalen Erkrankungen vorgebeugt werden. Das Scaling hilft dabei, die Mund- und Zahngesundheit zu erhalten.
Mit Schleifen ist ein spanabtragender Vorgang gemeint, bei dem mit Hilfe von Schleifmitteln fast fertiggestellte Werkstücke abschließend geformt werden. Durch den Schleifvorgang wird die Rauigkeit der Oberfläche entfernt, wobei die Korngröße des Schleifmittels bei jedem weiteren Schleifvorgang vermindert wird. Unter Schleifen versteht man in der Zahnmedizin das Abtragen von Zahnhartsubstanz mit rotierenden Gerätschaften. Für Zahnersatz wie Zahnbrücken werden die gesunden Zähne neben der Zahnlücke als Befestigungszähne abgeschliffen. So kann die Brücke auf den so genannten Pfeilerzähnen zementiert werden. Hier hat das Schleifen die Bezeichnung „Präparation“. Die Zähne werden für den Zahnersatz vorbereitet.
Unter Sinuslift versteht man den Knochenaufbau des Kieferknochens (Augmentation). Es gibt dafür verschiedene chirurgische Varianten. Altersbedingt kann es aufgrund eines Zahnverlustes zum Abbau von Kieferknochen kommen. Für die Versorgung mit Zahnersatz ist dann häufig ein Knochenaufbau notwendig, um beispielsweise Implantaten oder anderem Zahnersatz idealen Halt zu geben. Beim internen Sinuslift handelt es sich um einen minimalinvasiven operativen Eingriff, bei dem der Kieferhöhlenboden nur gering angehoben wird, um einen Zugang durch den Bohrkanal des Zahnimplantates zu schaffen. Diese Methode kommt bei geringem Kieferknochenschwund in Betracht. Auch der externe Sinuslift erfolgt minimalinvasiv. Hier wird der Kieferhöhlenboden jedoch in größerem Umfang angehoben und erhält einen Zugang von der Seite aus. Hiermit soll das vertikale Knochenangebot verbessert werden.
Sigmatismus ist das Fremdwort für Lispeln. Hierbei handelt es sich um eine Sprachstörung, bei der die S-Laute fehlerhaft ausgesprochen werden. Im Normalfall erfolgt die Bildung des Konsonanten „s“ mit der Zunge hinter den Zähnen am Zahnfach. Beim Sigmatismus dentalis wird es an bzw. zwischen den Zähnen gebildet. Dadurch entsteht das gelispelte „s“, welches dem englischen „th“ ähnelt. Im Deutschen wird neben dem Laut „s“ auch häufig der Laut „z“ gelispelt. Auch ein Lispeln am Gaumen kommt vor. Dabei wird der Luftstrom manchmal komplett von der Zunge gestoppt und der Reibelaut endet abrupt. Dadurch kommt es zu einer unverständlichen Aussprache, welche auch als Nuscheln bezeichnet wird.
Mit Subgingival wird der Bereich unterhalb des Zahnfleischsaumes oder auch die Zahnfleischtasche bezeichnet. Gingiva ist der lateinische Begriff für das gesunde Zahnfleisch. Zahnsteinablagerungen können subgingival, also unter dem Zahnfleischrand auftreten. Sie haften an den Oberflächen der Zahnwurzeln an und werden in der zahnärztlichen Fachsprache „Konkremente“ genannt. Der subgingivale Zahnstein enthält Mineralien (Konkremente), die in der Zahnfleischtasche oder auf der Wurzeloberfläche fest anhaften. Der Biofilm aus Plaque oder Zahnbelag kann so leicht in die Zahnfleischtaschen wandern und dort Bakterien ansiedeln. Die Folge ist eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis), die wiederum eine Parodontose nach sich ziehen kann.
Unter Sedierung oder Sedation versteht man das Abdämpfen von Schmerzen. Der Zahnarzt setzt ein Sedativum bei ängstlichen Patienten während der Behandlung zur Beruhigung ein. Orale Sedativa beruhigen das zentrale Nervensystem und sorgen für eine Verlangsamung der Psychomotorik. Auch die Wahrnehmung von Emotionen und äußeren Einflüssen wird vermindert. Für die Sedierung werden bestimmte Arzneimittel (Pharmaka) verwendet. Diese beruhigen den Patienten, ersetzen jedoch nicht die Lokalanästhesie. Die Sedierung ist schmerzfrei und daher bei den Patienten sehr beliebt. Darüber hinaus sind diese Medikamente kostengünstig. Wird die Sedierung korrekt durchgeführt, entstehen so gut wie keine Nebenwirkungen.
Unter Satellitenimplantaten versteht man in der Zahnheilkunde kleine Knochenschrauben, die aus Titan hergestellt werden. Sie werden wie Zahnimplantate im Kieferknochen verankert. Das Satellitenimplantat ist ein sofort belastbares Implantat. Es kann also am Tag der Implantatversorgung direkt belastet werden. Es handelt sich um ein zahnwurzelförmiges Implantat, welches häufig auch für Langzeitprovisorien verwendet wird. Zahnprothesen können sofort auf dem Satellitenimplantat befestigt werden. So ist auch in schwierigen Fällen eine Behandlung möglich. Mit Satellitenimplantaten kann der Patient im Gegensatz zu konventionellen Zahnimplantaten schneller wieder kauen. Dies ist auf die Mikroplatten zurückzuführen, die unterhalb des Zahnfleisches dem Zahnersatz zusätzlichen Halt geben.
Die Sharpey-Fasern gehören zur Zahnwurzelhaut (Desmodont) und bestehen aus Kollagen bzw. kollagenen Fasern. Diese sind nicht nur mit dem Wurzelzement der Zahnwurzel, sondern auch mit dem Zahnfach (Alveole) des Kieferknochens verwachsen. Sharpey-Fasern entspringen der Knochenhaut (Periost) und sind in ruhiger Stellung wellenförmig. Bei Belastungen straffen sie sich und federn so den Zahn im Gebiss ab. Im Knochen-Sehnen-Übergang sind die Sharpey-Fasern für die Vermittlung der Kraftübertragung zuständig, die über die Anheftungsstellen des Knochens zu den Sehnen und Bändern laufen. Sharpey-Fasern sind elastisch und dämpfen die übertragenen Kräfte auf den Zahn. Beim Fehlen von Sharpey-Fasern würde die Federung ausbleiben und Knochenabbau wäre die Folge.
Unter der Stillmann-Technik versteht man eine vertikale Technik beim Zähneputzen. Diese wird von Zahnärzten empfohlen, wenn ein Patient zum Beispiel unter Zahnfleischschwund leidet. Aber auch für Menschen mit gesundem Zahnbett bzw. Zahnhalteapparat bietet sich die Putztechnik an, um Zahnfleischrückgang und empfindliche Zahnhälse zu vermeiden. Bei der Stillmann-Technik ist die Zahnbürste im 45-Grad-Winkel anzusetzen und mit geringem Druck über Zahnfleisch und Zähne zu wischen. Die Bewegung erfolgt senkrecht Richtung Kaufläche bzw. Schneidekante des Zahnes. Es wird immer von rot (Zahnfleisch) nach weiß (Zahnspitze) gewischt. Die Kauflächen sind mit einer Hin- und Herbewegung zu reinigen. Die Stillmann-Technik wird auch als Auswischmethode bezeichnet. Die Rüttelbewegung beim Zähneputzen entfällt hier. Bei der erweiterten Stillmann-Technik darf gerüttelt werden (ähnlich der Bass-Technik), was jedoch eine gewisse Geschicklichkeit voraussetzt.
Bei der Stomatitis handelt es sich um eine Entzündung der Mundschleimhaut – auch Mundfäule oder Mundschleimhautentzündung genannt – die durch Viren hervorgerufen wird. Das auslösende Virus ist das verbreitete Herpes Virus und verursacht Bläschen in der Mundhöhle. Diese Infektionskrankheit ist hoch ansteckend und hat einen meist sehr schmerzhaften Verlauf. Kinder unter drei Jahren und ältere Menschen sind häufiger betroffen als Erwachsene. Stomatitis äußert sich zu Beginn mit Symptomen, wie bei anderen viralen Infekten, beispielsweise Fieber und Unwohlsein. Das Zahnfleisch schwillt an und auf Zunge, Gaumen und Zahnfleisch bilden sich kleine Bläschen, die aufplatzen und Geschwüre verursachen. Die Krankheit hält in der Regel für zwei bis drei Wochen an, danach klingen die Beschwerden ab. Wer diese Infektion ein Mal hatte, ist dann ein Leben lang immun. Eine ärztliche Aufsicht während der Erkrankung ist dringend zu empfehlen.
T
Eine Teilkrone dient als Zahnersatz. Mit dem Einsatz von Teilkronen kann ein größerer Anteil gesunder Zahnsubstanz erhalten bleiben. Die Teilkrone bedeckt die natürliche Zahnkrone nur teilweise. Im Gegensatz zur Verblendkrone muss bei dieser Kronenform nicht so viel gesunde Zahnsubstanz geopfert werden. Dafür ist die Herstellung von Teilkronen aufwändiger. Teilkronen eignen sich, wenn der Defekt am Zahn nicht so groß ist und die Zähne allgemein im guten Zustand sind, eine einfache Zahnfüllung jedoch nicht mehr ausreicht. Nicht geeignet ist eine Teilkrone in einem kariesanfälligen Gebiss oder bei parodontalen Krankheiten des Gebisses. Je nach bedeckter Zahnfläche unterscheidet man Teilkronen in Halb- und Dreiviertelkronen.
Eine Teilprothese ist ein Zahnersatz für ein Kiefer, in dem noch natürliche Zähne vorhanden sind. Sie besteht aus einer Kunststoffbasis in der Farbe des Zahnfleischs, in dem die fehlenden Zähne sitzen. Eine Teilprothese kann herausnehmbar oder festsitzend sein. Sie wird im Kiefer mit Hilfe von Metallklammern, Geschieben oder Teleskopkronen an den noch verbliebenen Zähnen befestigt. Auch eine Aufhängung an Implantaten ist möglich. Ist eine Teilprothese an einem der verbliebenen Zähne aufgehängt, so spricht man von einem Ankerzahn. Diese werden natürlich durch die Teilprothese belastet, egal welches Aufhängeelement man wählt. Mit der Zeit kommt es also zu weiterem Zahnverlust. Diese Problematik kann vermieden werden, wenn die Teilprothese von Beginn an von Implantaten getragen wird.
Die Teleskopkrone wird für die Befestigung von herausnehmbarem Zahnersatz eingesetzt. Sie besteht aus einer Außen- und einer Innenkrone. Es handelt sich hier um eine Doppelkrone, die sich aus einer Primärkrone als Innenteleskop sowie einer Sekundärkrone als Außenteleskop zusammensetzt. Teleskopkronen sind Weiterentwicklungen von Konuskronen und anderer Kronenarten. Auf den Zahnstumpf wird eine dünne Metallhülse aufgesetzt, die häufig aus Titanlegierungen oder Hochgold besteht. Auf dieser Metallhülse steckt dann die Außenkrone, die über eine feste Verbindung zum herausnehmbaren Zahnersatz verfügt. Die Teleskopkrone wird direkt auf den Zahn gesetzt und dient dort als Schutz. Darüber sitzt die zweite Metallkrone, die mit einer Verblendung aus Kunststoff versehen ist.
Die Temporomandibuläre Dysfunktion oder auch TMD ist eine Erkrankung des Kauapparates. Es handelt sich hier um eine komplexe Erkrankung, die sich durch Fehl- und Funktionsstörungen im Kiefergelenk äußert. Es kommt zu Schmerzen im Kiefer, wobei sogar knackende Geräusche auftreten können. Darüber hinaus ist eine eingeschränkte Mundöffnung oftmals Folge der temporomandibulären Dysfunktion. Um die Temporomandibuläre Dysfunktion zu diagnostizieren, führt der Kieferorthopäde eine Funktionsanalyse bei seinem Patienten durch. Die Ursachen der Erkrankung können Fehlfunktionen des Kauorgans sein. Dazu zählen Verletzungen oder Störungen der Verzahnung wie beispielsweise zu hohe Zahnfüllungen. Auch Zähneknirschen und Stress können Auslöser von TMD sein. Stehen die Zähne nicht gerade zueinander, ist ein idealer Biss nicht möglich.
TMD bezeichnet die temporomandibuläre Dysfunktion. Es handelt sich hier um eine krankhafte Störung des Kiefergelenks, bei der die Verbindung von Unter- und Oberkiefer gestört ist. Das Kiefergelenk als komplexes Gelenk ermöglicht Seitwärts-, Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen des Unterkiefers. Wenn dieses komplizierte System aus Knochen, Knorpeln, Muskeln und Bändern nicht einwandfrei funktioniert, führt dies zur Kiefergelenksstörung. Die TMD ist häufig nur sehr schwierig festzustellen. Sie äußert sich meistens durch ein Klicken oder Ploppen im Gelenk. Aber auch das Gefühl eines vorübergehenden Verhakens des Kiefers ist möglich. Weitere Symptome sind Schmerzen und Beschwerden im Kiefer oder an den Kiefermuskeln. Auch Kopfschmerzen sowie ausstrahlende Schmerzen in Ohren, Augen oder Schulter kommen vor. Gähnen und Kauen verursacht ebenfalls Schmerzen und das Kiefergelenk lässt sich nur eingeschränkt bewegen.
Der Trigeminusnerv hat seinen Namen aufgrund seiner Teilung in die drei Verzweigungen: Oberkierferast, Unterkieferast und Augenast. Er ist der fünfte von insgesamt zwölf Hirnnerven. Der Trigeminusnerv hat viele Funktionen. Dazu zählt die Versorgung der Wangenschleimhaut, des vorderen Zungenbereichs, des Mundbodens, der Kaumuskulatur, der Zähne im Unterkiefer sowie der Haut im Schläfen- und Kinnbereich. Im Kieferbereich ist der Trigeminusnerv oder auch Drillingsnerv genannt, äußerst wichtig, denn er beinhaltet motorische und sensible Fasern, die in weite Teile des Kopfes reichen. Schmerzen des Trigeminusnerves gehören zu den stärksten Schmerzen und treten scharf und stechend auf. Es kommt zu Schmerzen im kompletten Gesichtsbereich, auch die Zähne sind häufig betroffen.
Die Teleskopbrücke ist eine herausnehmbare Zahnbrücke, die an Pfeilerzähnen aufgehängt wird. Diese sind mit einer Teleskopkrone bestückt. Das bedeutet, dass der Zahn eine Innen- und Außenkrone hat. Die Außenkrone ist fest mit der Teleskopbrücke verbunden. Somit ist der Zahn mit und ohne aufgesetzter Brücke belastbar. In ihrer Ästhetik ist die Teleskopbrücke wesentlich ansprechender als eine Teilprothese. Sie ist in Funktion und Komfort beinahe mit einem festsitzenden Zahnersatz zu vergleichen. Allerdings kommt die Teleskopbrücke aufgrund dieser Vorteile auch mit einem entsprechenden Preis. Eingesetzt wird sie vor allem, wenn nur noch wenige natürliche Zähne vorhanden sind und diese der Dauerbelastung einer festsitzenden Brücke nicht gewachsen sind.
Der Transversalbügel ist ein Teil einer Zahnprothese im Oberkiefer. Er besteht aus Edelstahl und verbindet über das Gaumendach hinweg die Sättel zu beiden Seiten, um ihnen Stabilität zu verleihen. Er wird also nur bei Teilprothesen verwendet. Ein ähnliches Konstrukt bei Unterkieferprothesen nennt sich Sublingualbügel. Eine Teilprothese, also ein herausnehmbarer Zahnersatz, kommt bei mehreren Szenarien in Frage: Wenn keine Trägerzähne für Brücken mehr vorhanden sind oder auch wenn andere Zahnersatze finanziell nicht tragbar sind. Sollte in so einem Fall eine Teilprothese auf beiden Seiten des Oberkiefers benötigt werden, dann werden diese mit einem Transversalbügel gestützt. Er wird an jeden Patienten individuell angepasst, also frisch gegossen.
Trepanation leitet sich aus dem französischen trépan ab und bedeutet „Bohrer“ oder „bohren“. In der Medizin werden damit chirurgische Eingriffe beschrieben. Hier ist das mechanische Öffnen knöcherner oder anderweitig umschlossener Räume gemeint. Bei einer Trepanation eröffnet der Zahnarzt durch Aufbohren die Knochenhöhle im Bereich der Wurzelspitze. Dazu verwendet er eine runde Fräse, um beispielsweise den Sekretstau, der während einer Parodontitis auftritt, aus dem Entzündungsbereich zu entfernen. Unter Trepanation versteht man in der allgemeinen Medizin auch die operative Öffnung des Schädels.
Bei einer Trigeminusneuralgie treten anfallartig starke Gesichtsschmerzen auf. Diese entstehen in den Versorgungsbereichen des Trigeminusnervs. Meistens ist nur eine Gesichtshälfte betroffen. Die Schmerzen können mehrere Minuten andauern und kommen häufig ganz spontan. Ursachen können verschiedene äußere Einflüsse sein wie zum Beispiel Reizung durch Kälte, Sprechen, Kauen oder Reizungen der Gesichtshaut. Der Trigeminusnerv ist ein dreigeteilter Nerv, der aus drei Hauptästen besteht. Er verfügt über motorische, sensible Fasern, die das Tiefen- und Oberflächengefühl vermitteln. Dies geschieht von der Haut ausgehend von der Stirn bis hin zum Kinn sowie vom Auge bis zu den Nasenhöhlen- und Mundhöhlenschleimhäuten. Der Trigeminus versorgt ebenso die Kaumuskulatur. Bei einer Trigeminusneuralgie kommt es zu schlagartigen, elektrisierenden Schmerzzuständen.
U
Als Ulektomie wird die chirurgische Entfernung von Zahnfleisch bezeichnet. Dies erfolgt bei krankhaften Wucherungen, bei Fehlstellung oder auch störender Wuchsform. Eine Ulektomie kann medizinische aber auch ästhetische Gründe haben. Ein tief sitzendes Lippenbändchen stört beispielsweise viele Patienten in ihrer Bewegungsfreiheit und wird oftmals chirurgisch entfernt. Je nachdem welches Gewebe und wieviel davon entfernt wird, kann die Operation mit einem Skalpell oder mit Laser erfolgen. In der Regel reicht dazu eine örtliche Betäubung. Der Heilungsprozess nimmt in etwa eine Woche in Anspruch. Dabei sollte der Mund mit einem vom Zahnarzt verschrieben Mittel gespült und auf heiße Speisen und Getränke verzichtet werden.
In der Zahnmedizin hat die Unterfüllung die Funktion einer Schutzschicht. Sie wird am Boden der vorbereiteten Kavität angebracht und schützt die eigentliche Füllung vor Bakterien oder thermischen sowie chemischen Reizungen. Die Schutzschicht wird bei Gold- und Amalgamfüllungen benötigt. Sie mildert die Wärme- und Kälteempfindlichkeit deutlich oder beseitigt sie sogar ganz. Die Unterfüllung stellt hier eine isolierende Schutzschicht für den Zahnnerv dar. Es kommt häufig zu thermischen Reizen durch kalte oder heiße Getränke bzw. Nahrungsmittel, die Schmerzen an den Zähnen verursachen.
Bei einer Kunststoffprothese kann das Problem auftreten, dass diese nicht mehr perfekt im Kiefer sitzt, weil dieser sich mit der Zeit verändert hat. In diesen Fällen wird die Prothese mit neuem Kunststoffmaterial unterfüttert bzw. ausgebessert. Man spricht auch von Prothesenunterfütterung. Schlecht sitzende Prothesen werden mit Hilfe des Unterfütterungssystems wieder genau angepasst. Dazu wird ein spezielles Material auf den Kiefer aufgetragen. Veränderte Kieferbedingungen werden dabei bei der Unterfütterung berücksichtigt. Durch das Unterfütterungsmaterial wird die notwendige Saugwirkung verbessert und die Prothese erhält wieder festen Halt im Kiefer. Die Prothese wackelt nach einer Unterfütterung nicht mehr und auch die Verwendung von Haftcreme ist nicht mehr notwendig.
Um Positionen und Lagebeziehungen innerhalb des Gebisses zu beschreiben, gibt es unterschiedliche Bezeichnungen. Als unilateral wird dabei jener Bereich beschrieben, der nur eine einzige Seite betrifft. Das Wort alleine sagt allerdings nicht aus, ob damit die rechte oder linke Seite gemeint ist. Ähnliche Begriffe sind unimaxillär (entweder Oberkiefer oder Unterkiefer) und bimaxillär (beide Kiefer betreffend). Als unilateral bezeichnet man Implantate oder Prothesen, die nur auf einer Seite des Gebisses zum Einsatz kommen. Ebenso können kieferorthopädische oder chirurgische Eingriffe sowie Zahnsanierungen unilateral erfolgen. Auch zur Lagebezeichnung von Fehlstellungen oder Erkrankungen wird der Begriff angewandt.
Da der Unterkiefer der einzige frei bewegliche Teil des Gebisses ist, werden Positionen und Lagebeziehungen immer mit Bezug darauf bezeichnet. Unimaxillär bedeutet, dass es beide Kiefer gleichermaßen betrifft. Der Begriff alleine sagt allerdings nicht aus, ob es sich um den Oberkiefer oder den Unterkiefer handelt. Ähnliche Begriffe sind bimaxillär (beide Kiefer betreffend) und unilateral (rechte oder linke Kieferhälfte). Unimaxillär kann zum Beispiel eine Fehlstellung oder eine Erkrankung auftreten. Auch kieferorthopädische und chirurgische Eingriffe, die nur ein Kiefer betreffen, oder Prothesen und Geräte, die nur im Ober- oder Unterkiefer zur Anwendung kommen, werden als unimaxillär bezeichnet.
Unter unsichtbarer Zahnkorrektur versteht man in der Kieferorthopädie beispielsweise die durchsichtige bzw. unsichtbare Zahnspange. Diese hat das Aussehen einer durchsichtigen Knirscherschiene. Erwachsene sollen so ohne unschöne Bänder, Drähte und Bügel ein perfektes Lächeln erhalten. Mit Hilfe der modernen Computertechnologie ist es möglich, herausnehmbare, metallfreie und unsichtbare Zahnspangen anzufertigen. Lingual bedeutet zungenseitig. Bei der Lingualtechnik werden Fehlstellungen der Zähne mit festen Zahnspangen korrigiert, in dem sie auf die Innenseite der Zähne, also zur Zunge hin, befestigt werden. Die Zahnspange ist bei dieser Technik nicht sichtbar. Auch stark ausgeprägte Zahnfehlstellungen können damit gerichtet werden.
Unter Ultraschall versteht man Schallwellen, die über Frequenzen über 20.000 Hertz verfügen und in der Zahnheilkunde für die Entfernung hartnäckiger Zahnbeläge zum Einsatz kommt. Mit Ultraschall ist der Schall gemeint, der sich oberhalb der menschlichen Hörgrenze von 20 kHz befindet. Die dabei entstehende Schwingungsenergie wird für die technische Verwendung genutzt. Ultraschall wird für die Reinigung von Geräten verwendet. In der Zahnmedizin ist Ultraschall nützlich, um weiche oder harte Zahnbeläge ober- oder unterhalb des Zahnfleischrandes zu entfernen. Dazu gehört auch die Entfernung von Zahnstein. Dafür werden spezielle Instrumente genutzt, die mit hochfrequenten Schwingungen arbeiten.
Die Ultraschallchirurgie ist ein relativ neues Verfahren, das minimalintensiv und knochensparend verschiedene chirurgische Eingriffe ersetzt. Dabei bearbeiten kontrolliert eingesetzte, dreidimensionale Ultraschallschwingungen den Knochen und verhindern damit den Einsatz von knochenvernichtenden Fräsen. Darüber hinaus verringert die Ultraschallchirurgie Komplikationen und hat sogar positive Auswirkungen auf Heilung und Regeneration des Kieferknochens. Die Ultraschallchirurgie kommt vor allem bei Eingriffen am Kiefer zum Einsatz. Dazu gehören Wurzelspitzenresektionen, Knochentransplantationen und Distraktionsosteogenesen. Sie leistet aber auch einen wertvollen Beitrag bei der Implantologie und der operativen Zahnentfernung. In der Regel ist mit einer längeren OP-Zeit als bei herkömmlichen Methoden zu rechnen.
Ein Unterbiss, auch Mesialbiss genannt, entsteht, wenn der Unterkiefer vor dem Oberkiefer liegt, also die unteren Schneidezähne vor den oberen, manchmal sogar die untere Lippe vor der oberen. Diese Fehlbildung ist eher selten. Sie entsteht, wenn entweder der Unterkiefer zu lang, oder der Oberkiefer nicht ausreichend entwickelt ist. Auch eine Zahnfehlstellung kann einen Unterbiss verursachen. Ein Unterbiss ist sowohl ein ästhetisches als auch ein anatomisches Problem, da es zu Schwierigkeiten beim Kauvorgang kommen kann. Je nach Ursache fällt die Behandlung eines Unterbisses unterschiedlich aus. Bei einer Zahnfehlstellung hilft eine Zahnspange. Eine skelettale Fehlstellung (falsch entwickelter Kieferknochen) kann in jungen Jahren kieferorthopädisch und im Erwachsenenalter chirurgisch behoben werden.
Unterkieferschmerzen können vielfältige Gründe haben. So strahlen Karies oder Zahnwurzelentzündungen meist einen starken Schmerz in den gesamten Kiefer aus. Aber auch ein frisches Implantat kann zu Beginn Schmerzen verursachen. Dasselbe gilt für kieferchirurgische Eingriffe, wie Knochenaufbau oder die chirurgische Entfernung von Weisheitszähnen. Auch im Unterkiefer kann es zu Verspannungen durch falsche Haltung kommen, diese entstehen meist durch Zähneknirschen oder einseitiges Kauen. Wie jeder Knochen des Körpers kann auch der Unterkiefer von Verschleißerkrankungen wie Arthritis oder Arthrose betroffen sein. Seltenere Ursachen für Unterkieferschmerzen sind Entzündungen der Gesichtsnerven, geschwollene Lymphknoten oder eine kürzlich zurückliegende Erkältung.